Villa Hayes: Mit einer Investition von 12,4 Millionen US-Dollar wurde am Donnerstag offiziell mit dem Bau einer neuen Trinkwasseraufbereitungsanlage in Villa Hayes begonnen. Das Projekt, das durch eine nicht rückzahlbare Schenkung der japanischen Regierung über die Agentur JICA finanziert wird, soll rund 34.000 Einwohner der Hauptstadt des Departements Presidente Hayes zugutekommen.
Doch bei all der Euphorie bleibt die große, unbeantwortete Frage im Raum: Wie viel von den angekündigten Millionen fließt tatsächlich in den Bau – und was saniert stattdessen den bürokratischen Apparat?
Die neue Anlage soll eine Produktionskapazität von 12.000 Kubikmetern Wasser pro Tag (entspricht 12 Millionen Litern) erreichen. Zum Projekt gehört zudem eine rund 1,1 Kilometer lange Zuleitung, um Rohwasser aus dem Rio Paraguay zu entnehmen, sowie moderne Echtzeit-Überwachungssysteme. Die Gesamtsumme beläuft sich auf rund 1,936 Milliarden japanische Yen (entspricht etwa 12,4 Millionen US-Dollar), und die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2028 geplant.
Der offizielle Glanz und die kritischen Zweifel
Beim feierlichen Spatenstich zeigten sich prominente Gesichter: Staatspräsident Santiago Peña, Vizepräsident,Parlamentspräsident Basilio „Bachi“ Núñez und weitere lokale Größen gaben sich die Ehre. Peña räumte ein, dass das Projekt im Ministerium für öffentliche Arbeiten und Kommunikation (MOPC) jahrelang auf Eis lag, während die Ministerin für öffentliche Arbeiten, Claudia Centurión, von einer „historischen Schuld“ sprach, die nun beglichen werde.
Doch während die Politik den Baubeginn als großen Erfolg feiert, bleiben skeptische Bürger und Beobachter wachsam.Angesichts der berüchtigten Intransparenz bei staatlichen Infrastrukturprojekten in Paraguay stellt sich die dringende Frage: Ist überhaupt völlig klar, wie viel von den 12,4 Millionen US-Dollar (bzw. 1,936 Milliarden Yen) tatsächlich eins zu eins in Beton, Rohre und Technik fließen?
Oftmals versickern erhebliche Anteilarbeiten in teuren Planungsbüros, Beraterhonoraren, bürokratischen Extrakosten oder versandfällen im undurchsichtigen Geflecht des MOPC, bevor der erste Spaten überhaupt gestochen wird. Zwar handelt es sich um japanische Gelder über die JICA – was eine strengere externe Kontrolle verspricht –, doch die reale Verwendung der Mittel im Detail bleibt für die Öffentlichkeit meist eine Blackbox. Ob die Bevölkerung am Ende wirklich die versprochene Wasserqualität ohne Abstriche erhält oder ob ein Teil des Budgets im Sande verläuft, wird erst die Zukunft (und hoffentlich strenge Nachprüfungen durch den Rechnungshof) zeigen.
Wochenblatt / El Nacional















