Der harte Flügel des Cartismus schließt einen Bruch mit der Regierung nicht aus und spricht bereits von zwei verschiedenen Präsidentschaftskandidaten

Asunción: Horacio Cartes hat Pedro Alliana gestern Morgen in dessen Anwesen scharf zurechtgewiesen. Cartes‘ Getreue sagten nach dem Treffen, man werde für 2028 eine eigene Kandidatur aufstellen.

Der Zorn ist enorm, da sich Alliana für Santiago Peña entschieden hat, was die Spannungen innerhalb der Bewegung weiter verschärfte. Die Verärgerung des Vizepräsidenten, die in seinen Erklärungen am Nachmittag deutlich wurde, geht auf eine mehr als halbstündige Standpauke zurück, bei der Horacio Cartes den Präsidenten und den Vizepräsidenten angeblich als Verräter und Diebe bezeichnet haben soll.

„Es ist alles zerbrochen“, versicherte eine Cartes nahestehende Person gegenüber LPO. Doch dies bleibt nicht bei einer Zurechtweisung: Innerhalb von Honor Colorado stellen Senatoren wie Antonio Barrios und Gustavo Leite klar, dass man einig wie nie zuvor sei. Sie wollen Stärke demonstrieren und aufs Ganze gehen. Das Ausmaß dieser internen Auseinandersetzung ist schwer abzuschätzen, da die ANR gewöhnlich überraschende Dynamiken entwickelt.

Alliana forderte Cartes und Baruja heraus: „Wenn ihnen mein Gesicht nicht passt, sollen sie sich jemanden anderen suchen“

Unter diesen Umständen traf sich Cartes mit dem Minister Juan Carlos Baruja und Parteiführern aus Paraguarí. Sie erklärten, dass der Wohnungsbauminister der Partner von Pedro Alliana für 2028 sein werde. „Es reicht jetzt langsam“ („Ya ipukuma hina“), soll der ehemalige Staatschef geäußert haben, um seine Führung durchzusetzen.

„Es ist alles zerbrochen“, versicherte eine Cartes nahestehende Person gegenüber LPO. Die Bewegung Honor Colorado besteht weiter und ist laut einigen Senatoren wie Antonio Barrios und Gustavo Leite, die sich auf X äußerten, vereint wie nie zuvor. Dennoch ist ungewiss, wie weit die Spannungen noch führen werden, da die Bewegung in der ANR seit gestern überraschende Eigendynamiken annimmt.

Anschließend ging Alliana auf Distanz und erklärte auf X, dass er die Entscheidung erst nach den Kommunalwahlen treffen werde. Diese Haltung wurde von Peña bestärkt, der die Gouverneure der Colorado-Partei in Mburuvicha Róga empfing. Dies sorgte für noch mehr Unmut bei Cartes und seinem harten Flügel.

Im Gegensatz zu der Haltung von Cartes und Alliana versuchten Senatoren wie Basilio Núñez und Derlis Maidana nach dem heutigen Treffen, die Wogen der internen Debatte zu glätten. Sie erklärten, dass interne Streitigkeiten in so großen Parteien und Bewegungen wie der ANR und Honor Colorado normal seien.

Cartes traf sich mit Minister Juan Carlos Baruja sowie Parteiführern aus Paraguarí und sie erklärten, dass der Wohnungsbauminister Allianas Partner für 2028 sein werde. „Es reicht jetzt langsam“, soll der Ex-Präsident geäußert haben, um seine Autorität zu unterstreichen.

„Das Narrativ, das man etablieren möchte, ist falsch. Cartes wollte keinen Kandidaten aufzwingen, es war lediglich ein Wunschdenken“, entgegnete Bachi.

Der eigentliche Grund für den Zorn von Cartes auf die Regierung liegt im Mangel an eigenen Gefolgsleuten im Kabinett von Peña – ein Unmut, der bereits seit Beginn der Amtszeit schwelt. Ein weiterer Spannungspunkt betrifft öffentliche Ausschreibungen, die an andere geschäftliche Akteure vergeben wurden, obwohl andere Aufteilungen vereinbart worden waren. Ein Beispiel dafür sei die Einforderung der Schulbänke des Unternehmers Long Jiang, der Peña und Alliana Flugzeuge zur Verfügung gestellt hatte.

Auch die Verteilung der Staatsgelder an die Sozialversicherungsanstalt IPS sorgte bei Cartes für Ärger, was zu einem Auskunftsersuchen von Senatoren führte, damit die Zentralbank von Paraguay (Banco Central del Paraguay) einen Bericht über die Finanzbewegungen vorlegt.

Wochenblatt / LPO

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