Deutscher Name im Betrugs-Skandal: Hauptangeklagter der “Schuldschein-Mafia“ gefasst

Asunción: In einem Großeinsatz der Ermittlungsabteilung für Straftaten – Sektion Betrug – der Nationalpolizei wurde Julio César Paiva Krause (59) festgenommen. Der Unternehmer, der im Zusammenhang mit der sogenannten “Mafia der Schein-Schuldscheine“ angeklagt ist, befand sich seit Juli im Untergrund.

Bei der Festnahme wurden 45 Millionen Guaranies in bar sichergestellt, wie aus dem Polizeibericht hervorgeht.

Die Verhaftung erfolgte gestern an der Kreuzung der Straßen Cnel. Rogelio Benítez und Cañada del Carmen im Viertel Las Residentas in Fernando de la Mora.

Gegen Krause lagen zwei ausstehende Haftbefehle vor, wegen der Anklagepunkte “Untreue, falsche Anzeige und andere“ (Fall Nr. 1929/2013) und “Kriminelle Vereinigung“ (Fall Nr. 9022/24).

Flucht vom Hausarrest und sofortige Festnahme

Subkommissar Jhony Godoy, Leiter der Betrugs-Division, erklärte, die Festnahme sei das Ergebnis intensiver Ermittlungsarbeit gewesen.

„Gestern Nachmittag haben wir den Einsatz durchgeführt. Er hat zwei anhängige Verfahren. In beiden Fällen gab es einen richterlichen Beschluss, der seine Untersuchungshaft anordnete. In einem der Fälle wurde entschieden, dass er ins Gefängnis muss“, präzisierte Godoy.

Godoy fügte hinzu, dass Paiva Krause sich bei der Überprüfung nicht an seinem Wohnsitz befand, obwohl er Hausarrest hatte. Aus diesem Grund widerrief Richter Víctor Ronzewsky aus Villa Hayes die Maßnahme und ordnete seine Festnahme sowie die Überstellung in das Gefängnis Tacumbú an.

„Das letzte Mal, als seine Wohnung überprüft wurde, war er nicht da. Genau deshalb wurde sein Hausarrest widerrufen. Er hatte einen Gerichtstermin, erschien nicht, lieferte keine Begründung und war auch bei der Durchsuchung nicht zu Hause“, so Godoy.

Festnahme auf offener Straße

Der Gesuchte wurde abgefangen, als er zu Fuß ein Haus in der Nähe seines Wohnsitzes verließ. „Er sagte absolut nichts“, kommentierte Godoy.

Hinsichtlich der beschlagnahmten 45 Millionen Guaranies gab Krause an, das Geld sei für die Begleichung von Rechnungen sowie den Kauf von Haushaltsgeräten bestimmt und er habe es gespart.

Der Unternehmer wurde zur Ermittlungsabteilung in Asunción überführt und steht nun dem Gericht und der Staatsanwaltschaft zur Verfügung.

Justizieller Hintergrund

Bereits am 31. Juli hatte Richter Ronzewsky die Festnahme von Krause angeordnet, nachdem dieser zunächst von Hausarrest profitiert hatte. Als die Polizei am 22. Juli versuchte, ihn zu einer Vernehmung vorzuführen, war er nicht in seiner Residenz aufzufinden. Sein Sohn hatte damals angegeben, dessen Aufenthaltsort nicht zu kennen.

Krause ist der Inhaber der Firma Vanessa y Asociados und gilt als einer der Hauptangeklagten in dem weitreichenden Betrugssystem, das als “Mafia der Schein-Schuldscheine“ bekannt ist.

Wochenblatt / ABC Color

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