Die sagenhafte Legende: Karai und Jopara

Asunción: Heute ist der 1. Oktober und für die Paraguayer ein besonderer Tag. Die Legende vom Karai und Jopara wird lebendig.

Karai, ein zerlumpter alter Mann, geistert am 1. Oktober von Haus zu Haus. Um ihn abzuschrecken und wieder los zu bekommen muss man auf ihn warten und ein leckeres Jopara anbieten.

Locro (weißer Mais), Poroto (rote Bohnen), Tomaten, Paprika, Karotten, Zwiebeln, Petersilie, Käse sind einige der Zutaten für das Gericht. Je nach Brauch gibt es familiäre Abweichungen.

Jopara heißt in Guarani dazwischen. Es ist also erlaubt etwas hinzufügen oder zu entfernen.

Nach der Legende war der Karai ein rauer und zerlumpter alter Mann, mit einem Hirtenstab. Sein Bild charakterisiert das Elend und den akuten Mangel in den Feldern. Das liegt am landwirtschaftlichen Zyklus, da im Oktober keine Ernte erfolgt.

Die weiteren Versionen variieren, jedoch wird Folgendes übereinstimmenden erzählt: Wenn der Karaji im Oktober in ein Haus geht und er einen Topf voller Jopara gegessen hat, zieht er sich wieder zurück. Sollte jedoch ein leerer Topf auf dem Tisch stehen so wird ein Fluch ausgesprochen und die Familie hat ein Jahr des Mangels und des Elends zu erwarten. Glauben heißt nicht wissen, aber der Glaube kann Berge versetzen.

Wochenblatt / ABC Color

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2 Kommentare zu “Die sagenhafte Legende: Karai und Jopara

  1. Wenn um mein Haus – das ganze Jahr über – seinen Müll verbrennt, meinen Abfall nach brauchbarem durchsucht und Kindergartenmusik bei 120dB gehört werden kann, juhee, dann leben alle froh und glücklich in ihrem Garten, der einer abgefackelten Müllhalde gleicht.
    Sollte „der Alleman“ jedoch nicht gerne neben einer abgefackelten Müllhalde leben, noch wie vierjährige Europäische Kinder mit Bier und Musikantenstadel zu tot gegrilltem Leder herumblödeln (ja, dass müssen sie sich bei Eintritt in den Kindergarten abgewöhnen) oder gar nichts Brauchbares in seinem Müll unterbringen, so wird ein Fluch ausgesprochen und die Familie hat ein Jahr des Mangels und des Elends zu erwarten.