Direktorin von Abc Color wegen Diffamierung schuldig gesprochen

Asunción: Die Direkrorin der Zeitung Abc Color, Natalia Zuccolillo, wurde beim Gerichtsprozess wegen Verleumdung in erster Instanz für schuldig befunden und muss 400 Millionen Guaranies an die ehemaligen Leiterin des Steuersekretariats (SET) Marta González Ayala zahlen.

Das Urteil verkündete Richter Wilfrido Peralta am Freitagmorgen um 01.20 Uhr gegen die Direktorin von Abc Color und den Journalisten Juan Carlos Lezcano, die wegen Verleumdung der ehemaligen stellvertretenden Ministerin Marta González Ayala eine Geldstrafe von 6 Millionen Guaranies zahlen müssen.

Der Richter entschied außerdem, dass die Verurteilung in der Zeitung Última Hora veröffentlicht werden muss, sobald das vorliegende Urteil der ersten Instanz rechtskräftig ist. Die Entscheidung des Richters fiel nach einer fast 10-stündigen Beratung über den gerichtlichen Beschluss.

Peralta argumentierte, dass „die Veröffentlichungen von Abc Color die Ehre und das Ansehen der Person verletzt haben, die als stellvertretende Steuerministerin tätig war“. Der Richter beschloss auch, den Antrag auf Verjährung abzulehnen, den Rodrigo Yódice, der Anwalt der Abc Color-Direktorin Natalia Zuccolillo, gestellt hatte. „Die Voraussetzungen für das Inkrafttreten der Verjährungsfrist waren nicht erfüllt“, so der Richter.

Der Richter erklärte Natalia Zuccolillo außerdem für zivilrechtlich haftbar wegen Verleumdung, was bedeutet, dass die ehemalige Vizeministerin Marta González Ayala vor den Zivil- und Handelsgerichten auf Schadenersatz klagen kann.

Ein weiterer Punkt des Urteils ist, dass die Kosten des vorliegenden Prozesses von den Verurteilten zu tragen sind. Das bedeutet, dass die Honorare der Anwälte Ricardo Preda (Beitragsbild) und Jacinto Santa María von Zuccolillo und Lezcano übernommen werden müssen.

Mit dem abwegigen Urteil zugunsten der ehemaligen stellvertretenden Ministerin der Cartes-Regierung, die den Redakteur und einen Journalisten von ABC Color wegen Veröffentlichungen über angebliche Unregelmäßigkeiten bei einem Vertrag zur Aktualisierung des Steuersystems verklagt hatte, als die Klägerin Leiterin des staatlichen Steuersekretariats (SET) war, hat die Justiz die Pressefreiheit beschnitten.

Juan Carlos Lezcano, ein Journalist, der von der abwegigen Entscheidung des Richters Peralta betroffen ist, beklagte, dass der heutige Tag ein schwerer Schlag für die Meinungsfreiheit sei. „Wir werden weiter kämpfen. Marta González, Jacinto Santamaría und der Laufbursche von Horacio Cartes, Ricardo Preda, werden uns nicht zum Schweigen bringen“, sagte er.

Er kritisierte den Richter dafür, dass er die Rechtswidrigkeit der für die Aktualisierung des Maragatú-Systems gezahlten Beträge zur Sprache brachte, da in den Veröffentlichungen zu keinem Zeitpunkt von der Rechtswidrigkeit der gezahlten Beträge die Rede gewesen sei.

„Wir werden weiter kämpfen und in Berufung gehen. Es gibt Menschen, die in diesem Land für das Recht auf freie Meinungsäußerung gestorben sind, und wir werden nicht schweigen, nur weil eine Gruppe von Menschen, die die Freiheit hassen, weiterhin Anschläge verübt“, sagte er.

Er sagte, er bedauere das Niveau des Richters mit dem sie in den letzten Wochen behandelt wurden, den Mangel an Respekt für einen Mann, der einst respektabel schien, wie der Anwalt Ricardo Preda, aber sagte, dass dies der Preis der Freiheit sei und sie entschlossen sind, weiter zu kämpfen.

„Dies ist ein direkter Angriff auf das Recht auf freie Meinungsäußerung. Es sind andere, die vor Gericht stehen sollten, und das wird sich in diesen 17 Wochen des Prozesses zeigen“, sagte Juan Carlos Lezcano.

Wochenblatt / La Nación / Abc Color

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2 Kommentare zu “Direktorin von Abc Color wegen Diffamierung schuldig gesprochen

  1. Gab es schon mal so ein vergleichbares Urteil? Es ist ungeheuerlich, damit zwingt man die Presse möglichst wohlwollend über die miese Arbeit von Ministern und Politikern zu schreiben. Ansehen der Person verletzt – lachhaft. Wissen diese Leute eigentlich nicht, dass außer ihren treu-blöden Wählern, deren Ansehen ganz tief unten angesiedelt ist?

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    1. Es war immer klar, dass Journalismus und Justiz die Angestellten und nicht die Chefs sind. Es ist längst nötig hier nicht so zu tun als ob. Wichtig ist, dass man per Wahl einen gewissen Einfluss hat. Mehr ist nicht drinnen, aber das wäre schon ausreichend. Die Politik wird gewählt und alles andere folgt ihr. Entbehrlich sind organisationen und Gerichtshöfe, die unabhängig tun und eh wissen und sich nie einer Wahl stellen.

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