Asunción: Während Sternengucker in Europa und den USA dieses Jahr leer ausgehen, sitzt Paraguay in der ersten Reihe: Anfang Mai verwandelt der Halleysche Komet den Nachthimmel über Südamerika in ein Lichtermeer.
Wer in den nächsten Nächten den Blick gen Himmel richtet, könnte mit etwas Glück Zeuge eines beeindruckenden Naturschauspiels werden. Die Eta-Aquariiden, einer der aktivsten Meteorschauer des Jahres, steuern auf ihr Maximum zu. Da Paraguay auf der Südhalbkugel liegt, gehören wir weltweit zu den privilegierten Beobachtungsstandorten.
Wann ist die beste Zeit?
Das absolute Maximum wird um den 6. Mai 2026 erwartet. Die Experten raten jedoch dazu, bereits in den Morgenstunden vom 4. bis zum 7. Mai Ausschau zu halten.
Das ideale Zeitfenster: Die Stunden unmittelbar vor der Morgendämmerung (ca. 03:00 bis 05:00 Uhr morgens).
Wo schauen? Der sogenannte Radiant (der Punkt, von dem die Meteore auszugehen scheinen) liegt im Sternbild Wassermann. In Paraguay steigt dieser Punkt vor Sonnenaufgang sehr hoch am Himmel auf, was uns eine deutlich höhere Sichtrate beschert als den Bewohnern der Nordhalbkugel.
Die Herausforderung: Der Mond spielt Störfaktor
Es gibt einen kleinen Wermutstropfen: In diesem Jahr fällt der Höhepunkt fast mit dem Vollmond zusammen (der Mond ist zu etwa 83 % beleuchtet). Das helle Mondlicht kann schwächere Sternschnuppen “verschlucken“.
Profitipp für Paraguay: Suchen Sie sich einen Beobachtungsplatz, an dem der Mond durch ein Haus, eine Palme oder einen Baum verdeckt wird. So bleibt der restliche Himmel dunkel genug, um die leuchtenden Spuren der Meteore zu erkennen.
Warum sind die Eta-Aquariiden so besonders?
Diese Sternschnuppen sind Überbleibsel des berühmten Halleyschen Kometen. Wenn die Erde die Staubspur des Kometen kreuzt, rasen die Partikel mit einer Geschwindigkeit von etwa 66 km/s in die Atmosphäre. Sie sind bekannt für ihre langen, glühenden Schweife, die oft mehrere Sekunden am Himmel stehen bleiben.
In idealen Nächten können Bewohner Paraguays bis zu 50 Meteore pro Stunde sehen – ein Wert, von dem man in Deutschland oder den USA (wo nur etwa 10 pro Stunde sichtbar sind) nur träumen kann.
Wochenblatt / Beitragsbild Archiv












