Einleitung: Ich, Bart van Rijt, kam nach Paraguay auf der Suche nach einem neuen Leben: ein Haus, ein Auto, eine Zukunft für mich und meine Kinder. Doch ein einfacher Kauf verwandelte alles in einen Albtraum aus Korruption und einen Teufelskreis, der mich Stück für Stück zerstört.
Die harten Fakten:
Im Juni 2021 kaufte ich ein Auto, das mir als „neu 0 km“ verkauft wurde. Nach drei Monaten fielen das Getriebe und die Klimaanlage aus. Bei der Inspektion entdeckte die Vertragswerkstatt einen Frontalschaden bei nur 3.500 km Laufleistung. Der Verkäufer hatte den Schaden repariert und den Kilometerstand zurückgedreht, aber weder Öl noch Gas nachgefüllt, welches durch lose Schläuche verloren gegangen war.
Klassischer Betrug:
Ich zog vor Gericht. Die Beweise waren erdrückend und alles schien gut zu laufen. Bis die Korruption ins Spiel kam: Bestechungsgelder an meinen eigenen Anwalt und den Staatsanwalt – der Fall wurde totgeschwiegen. Der Betrüger täuschte eine Lösung vor: Er wollte das Auto zurückkaufen. Er gab jedoch an, niemals zu zahlen, was ich zu Recht ablehnte. Danach vertauschte er die Rollen vor der Justiz. Trotz einer Anordnung des Obersten Gerichtshofs zur weiteren Untersuchung und nach eineinhalb Jahren Untätigkeit stehe ich seit Freitag, dem 13. Februar 2026, unter Hausarrest. Ohne Arbeit. Ohne Einkommen. Ohne Freiheit.
Der Teufelskreis, der mich zerstört:
Hausarrest bedeutet, kein Einkommen mehr zu haben. Kein Einkommen bedeutet, keinen Unterhalt mehr für meine Kinder aus einer gescheiterten Ehe zahlen zu können; zudem befinde ich mich mitten in einem Scheidungsprozess. In Paraguay ist die Nichtzahlung von Unterhalt eine zusätzliche Straftat, die mit einer Höchststrafe von 5 Jahren Gefängnis geahndet werden kann (in der Praxis sind es meist 2 Jahre, teils zur Bewährung, aber die Strafe erhöht sich bei Wiederholung). Falls der Richter im April gegen mich entscheidet, drohen mir 2 bis 5 Jahre wegen des umgekehrten Betrugsfalles plus bis zu 5 zusätzliche Jahre wegen des Unterhalts. Insgesamt bis zu zehn Jahre Gefängnis. Als Opfer. Unschuldig.
Eine verkehrte Welt, die mich erschaudern lässt:
Das ist absurd! Selbst „fahrlässige Tötung“ zieht oft nur eine Strafe von fünf Jahren nach sich; und doch könnte ich, ein unschuldiger Auswanderer mit zwei wundervollen Kindern – 8 und 10 Jahre alt –, nun das Doppelte dieser Strafe erhalten? Ich, ein unschuldiger Mann, riskiere jetzt doppelt so viele Jahre Haft wie bei einer „fahrlässigen Tötung“… man stelle sich das vor. Und nun muss ich diese Last tragen, genau wie meine kleinen Kinder, die ihren geliebten Papa vermissen werden. Ein Auswanderer, der auf ein „neues 0km“-Auto angewiesen war? Ihm könnten in Paraguay zehn Jahre drohen, weil Korruption die Rollen vertauscht und der Hausarrest ihn seines Einkommens beraubt hat.
Anfang April habe ich ein Crowdfunding gestartet: https://gofund.me/87830495c
- April: Die Staatsanwaltschaft weist den Fall ab
Donnerstag, 23. April: Nach 69 Tagen Hausarrest lud mich der Richter zur Anhörung vor das Berufungsgericht von Asunción. Ich ging widerwillig hin. Nachdem beide Anwälte – der der Gegenseite und meiner – gesprochen hatten, bat ich um das Wort. Erst nach der zweiten Aufforderung kam die Antwort: „Nein, nur die Anwälte dürfen sprechen.“ Dennoch ergriff ich das Wort und fragte, warum ich nach zwei Jahren, in denen die Gegenseite keine einzige neue Tatsache vorgebracht hat, immer noch unter Hausarrest stehe. Der Richter antwortete: „Ich weise die Klage ab.“ Ich sagte: „Großartig, dann können Sie ja den Hausarrest aufheben.“ „Nein“, sagte der Richter, „das obliegt der Staatsanwaltschaft.“ Diese war ebenfalls geladen, aber nicht anwesend. Also fragte ich meinen Anwalt: „Dann gehen wir jetzt sofort zur Staatsanwaltschaft.“ „Nein, das geht nicht so einfach.“ Mit anderen Worten: Ich stehe weiterhin unter Hausarrest. Die Gegenseite hat zwei weitere Monate Frist beantragt, wird diese aber nicht bekommen, höchstens eine Woche. Laut Richter bin ich unschuldig, muss aber vorerst zu Hause bleiben.
29.04.26: 76 Tage ohne Freiheit
Wochenblatt / Leserbrief
















Heinz1965
ohne die Nennung aller Namen aller Beteiligten ist der Beitrag nicht nachvollziehbar und damit wirkungslos. wichtig ist auch immer die Nennung der Beteiligten Anwälte und Richter und der Orte, wo diese ansässig b.z.w tätig sind.
Mister Gaga
Und die Botschaft Ihrer Wahl hat das Template „das tut uns sehr leid zu hören und (jä, und sonst nix)“ schon zukommen lassen?
Das Problem wenn man kein Einkommen (mehr) hat ist ja immer, dass man dann auch etwas hungrig werden könnte „was der Botschaft seiner Wahl sehr leid zu hören und (jä, und sonst nix) sein könnte“.
Im Pargauy ist halt immer: Am besten mit keinem Eingeborenen in Clinch kommen, denn sein Anwalt kennt die Tante der Schwester der Frau des Präsidenten ihren Enkel (Amigos und Plata sind alles was zählen).
Kein Gringo sollte von Staats- und Anwälten und Richtern vom Paragauy, von denen man nie weiss ob sie die 3 Stunden täglich Schul abgeschossen haben erwarten, dass die imstande sind wissen zu können, dass «…3.500 km Laufleistung. Der Verkäufer hatte den Schaden repariert und den Kilometerstand zurückgedreht, aber weder Öl noch Gas nachgefüllt,…» in zivilisierten Ländern ein Delikt mit Kausalhaftung ist.
Huch, ist ja im Paraafric gar kein Delikt.
Die Händler sagen einem zum Abschied nach dem Abrück der Plata ja stets: «x cualquier cosa…». Auf Deutsch: «Wir habe dich gelinkt, falls es bemerkst, komm her, wir basteln das nach. Natürlich können wir nix dafür und kostet halt noch ein wenig Plata oben draufi».
Aus PY
Was sich mir nicht erschließt : Wenn doch ein Okm Wagen gekauft wurde , wieso dann von einer Privatperson ?
oder wie muss man dies verstehen??
parainv
grins, bissl hirn brauchts halt schon. ich aber oft mangelware
Herbstzeitlose
Sie befinden sich in einer traurigen Situation. Aber für Paraguay ist so etwas nicht aussergewöhnlich. Vieles ist korrupt, auch das Rechtssystem. Es braucht sehr viel Geld, um sich frei zu kaufen. Seit bald viereinhalb Jahren sitzt der Deutsche Chirurg Dr. med. Yves Steinmetz in «Untersuchungshaft» in Emboscada. Ein Bekannter von ihm Bernhard Bredow und seine Tochter Loreena wurden im Oktober 2021 mafiamässig umgebracht. Die Spurensicherung der Polizei nach dem Doppelmord war schlampig und unprofessionell. Die Staatsanwaltschaft erfand eine vollkommen unmögliche Geschichte von Stradivari Geigen (die es nie gab) und beschuldigte Yves Steinmetz, der auch ausgebildeter Cellist ist, als Mordverdächtigen, trotz Alibi. Zwei weitere Bekannte des Opfers wurden ebenfalls vorübergehend eingesperrt. Sie sollen sich inzwischen durch eine hohe Summe freigekauft haben. Die Gerichtsverhandlung von Steinmetz wird immer wieder verzögert. Mal ist kein Dolmetscher zur Verfügung oder anderes. Opfer werden zu Tätern gemacht und sollten selbst ihre Unschuld beweisen.
Die Gefängnisse sind überfüllt mit Menschen ohne Prozess. Unterbringung und Verpflegung sind eine Katastrophe. Auch die Wärter kassieren für jede Kleinigkeit, Korruption pur.
Bei uns in der Schweiz muss der Staat einem unschuldig Inhaftierten bei der Entlassung Taggeld für unbegründeten Freiheitsentzug bezahlen. Wäre das in Paraguay auch so, dann müsste das Land ein Vermögen ausgeben für unschuldig Weggesperrte; und das würde den Verfahren dann endlich zeitlichen Druck aufsetzen.
Bart, leider können Sie von der deutschen Botschaft kaum Hilfe erwarten, vielleicht sind Sie jedoch Holländer. Ich wünsche Ihnen viel Kraft.
Land Of Confusion
Betrug und Korruption sind in Paraguay eine Bagatelle, , sogar eher eine „clevere Geschäftspraktik“ und wer dagegen juristisch angehen will, erhält es mit voller Wucht zurück. Und wenn es ein Ausländer ist, dann mit doppelter Wucht.
Der normale Paraguayer ohne einflussreiche Amigos weiß das und hätte die kröte mit dem kaputten wagen einfach geschluckt, denn juristisch in diesem Land etwas einfordern ist wie ein Himmelfahrtskommando, dann kann es noch viel schlimmer kommen.
carioca
ich kann das nur bestätigen, entweder Korruption oder Desinteresse weil du ein niemand bist, in Paraguay bist du leider rechtlos aber selbst wenn du es schaffen solltest nach etlichen Jahren ist es kein Sieg weil als Dankeschön noch eine Kugel auf dich warten kann.