Ein Schuldeingeständnis

Asunción: Keine Medikamente in paraguayischen Krankenhäusern vorzufinden ist eine Konstante. Entweder sie kommen erst gar nicht ins Regal oder es besteht hoher Bedarf. Jetzt zeigt sich das auch mobil.

Mit einer kostenlosen Applikation für Mobiltelefone die mit Android arbeiten, kann der IPS Versicherte nun prüfen, ob sich der Weg ins Krankenhaus oder die Wartezeit in einer Schlange lohnen. Man kann erkennen, wo, welche Medikamente noch vorrätig sind. Dank dieser sinnvollen Applikation, wenn sie denn funktioniert, ist der Ausgang einer Konsultierung klar. Entweder es gibt Medikamente und man braucht nichts bezahlen oder es gibt keine und man muss selbst in die Tasche greifen.

Die Bereitstellung der App ist an sich schon mehr ein Hohn als eine Dienstleistung, da eine bessere Planung bei weniger Personal mehr Geld für Medikamente zum Resultat hätte. Doch daran scheint beim staatlichen Fürsorgeinstitut kein echtes Interesse zu bestehen, eher bezahlt man einen Designer, eine Applikation zu erschaffen als dem Versicherten das zu bieten, für was er gezwungen wird zu zahlen.

Um der Ankündigung den letzten Schliff zu geben, zeigt die Werbung für die App ein iPhone, welches nur mit iOS funktioniert und nicht mit Android, wie einzig beworben.

Wochenblatt / Hoy

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2 Kommentare zu “Ein Schuldeingeständnis

  1. Simplicus-Manni

    Am besten geht man beim Gang in ein IPS-Krankenhaus IMMER davon aus, daß es dort keine Medikamente und meist auch keine sonstigen Hilfsmittel wie Verbandszeug u.ä. gibt. Dafür ewig lange Wartezeiten, hoch ausgebildetes Fachpersonal die stets die Arbeitszeiten einhalten, pünktlich erscheinende Ärzte und eine Hygiene die vorbildhaft ist. Um das auf einen Nenner zu bringen: Man schließe vor dem Krankenhausaufenthalt mit seinem Leben ab und ordne seinen Nachlaß. Aber – in anderen Krankenhäusern sieht es oftmals auch nicht viel besser aus. Wohin also bei Krankheit? Mit diesem Thema sollten sich auswanderungswillige Menschen aus der Heimat vor ihrer Entscheidung mehr als reichlich befassen!

  2. 100 Prozent richtig!!! Die medizinische Versorgung in Paraguay ist unter aller Kanone, und mir tun die Einheimischen dzgl. leid. Rettungsdienste treffen im Notfall gleichwohl viel zu spät ein, eine ambulante Notfallversorgung in der Häuslichkeit erscheint unbekannt. Die Ausbildung und die Kenntnisse der meisten Ärzte entspricht – in keiner Weise – dem europäischen Standard.