Eine Milchmädchenrechnung

Asunción: Wie hört es sich an, nur 10 Jahre zu arbeiten und dann mit einem Mindestalter von 55 Jahre in Rente zu gehen und dabei 60 % des letzten Lohnes bekommen. Bei 15 Jahren wären es dann sogar 80 % des letzten Lohnes. So leben paraguayische Parlamentarier.

Diese Parlamentarier, die dann über die Arbeitsplatzsicherheit entscheiden, leben in einer komplett anderen Welt, denn neben ihrem Gehalt von 32 Millionen Guaranies monatlich, bekommen sie noch Dienstwagen, Benzinkosten erstattet, Flüge für Dienstreisen zu Zielen, die sie selbst auswählen und so weiter.

Der Pensionskasse des Kongresses ist defizitär, und die Gesetzgeber beabsichtigen, der steuerzahlenden Öffentlichkeit einen Zuschuss in Höhe von 3,5 Milliarden Guaranies für dieses Jahr und einen weiteren in gleicher Höhe zukommen zu lassen, der bereits im Entwurf des Gesamthaushaltsplans der Nation (PGN) 2025 vorgesehen ist, nur damit das mathematisch nicht sinnvolle Rentenmodell am Leben zu erhalten.

Genau genommen haben Parlamentarier nur einen Sitzungstag pro Woche, was die Arbeitsbelastung, wenn man sie so noch nennen darf, extrem gering erscheinen lässt. In diesem Jahr sind es 42 Wochen, an denen sie einmal pro Woche erscheinen müssen, was auf 42 Tage herunter gerechnet werden kann, also ganze 8 Wochen Arbeit pro Jahr, wenn man die Wochenenden abzieht. Um die Information zu komplettieren, sind 40 Jahren Arbeit als Parlamentarier in 5 Jahren zu leisten, also keine 9 Monate.

Wochenblatt / Abc Color

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