Asunción: Als eine Gruppe von Freunden davon träumte, eine Bar zu eröffnen, wollten sie mehr als nur Musik und Drinks. Sie stellten sich einen Ort voller Geschichte, Geschmack und der Erinnerung an die Straßen der Innenstadt von Asunción vor.
Diese Vision ließ das Arsenal Cué entstehen – ein Ort, der seither sowohl ein Tribut an die Stadt als auch ein Treffpunkt für all jene ist, die das Außergewöhnliche suchen.
Von der Inspiration zur Schöpfung
René Schneider, geschäftsführender Gesellschafter und Leiter der Verwaltung, erklärt die Anfänge: „Wir wollten die Art von Bar, die wir selbst gerne besuchten: urban, alternativ und mit echtem Charakter.“ Die Suche nach dem richtigen Standort erwies sich als schwierig. Nach monatelanger Suche fanden sie schließlich ein Anwesen, das ihre Vision einer im Charakter des Stadtzentrums verwurzelten Bar widerspiegeln konnte.
Ein kurioses Detail: Das Gebäude in der Straße Mariscal Estigarribia 144 (zwischen Yegros und Independencia Nacional), das heute ein Ort der Begegnung ist, war einst die Residenz von Cándido Bareiro, dem Präsidenten von Paraguay von 1878 bis 1880.
Die im zweiten Stock gelegene Location bietet lange Balkone, vier verschiedene Räume und zwei Servicebereiche. Der natürliche Luftzug zwischen Fenstern und Balkonen schafft eine entspannte Atmosphäre, ganz im Gegensatz zu anderen Lokalen in oberen Stockwerken, die oft beengt wirken.
Handgemalte Schilder von Künstlern im Retro-Stil zieren die Wände, wobei jeder Raum einem anderen Thema gewidmet ist. Eine Ecke ist eine Hommage an die Geldwechsler der Palma-Straße, eine andere erinnert an die Ära des „Eis-Luxus“, während wieder eine andere die Kinos und Bars des historischen Zentrums heraufbeschwört.
Jedes Detail ist eine Anspielung auf einen spezifischen Moment in der Geschichte Asuncións. Sogar der Name “Arsenal Cué“ bezieht sich auf das Jahr 1883, als unter der Regierung von General Caballero Brauereien zugelassen wurden, gefolgt von der Errichtung einer Eisfabrik in Arsenal Cué – einem Gebiet, das ursprünglich nach englischen Waffenwerkstätten benannt war. Später wurde der Ort bekannt für die Lagerung riesiger Getränkevorräte.
Arsenal Cué und seine Reise durch die Jahre
Das Arsenal Cué eröffnete am 7. Dezember 2016 und hat sich seither zu einem Wahrzeichen der Stadt entwickelt. Anfangs als After-Work-Bar beliebt, hat es sich im Rhythmus von Asunción weiterentwickelt. Im Laufe der Zeit wandelte sich die Musik von Alternative Rock zu urbanen Genres wie Reggaeton und Trap, doch das Tanzen blieb immer der Kern des Ganzen.
Wenn das Arsenal Cué eines besonders gut kann, dann ist es, Menschen zusammenzubringen. Legendäre Aktionen wie der “2-für-1 Fernet-Dienstag“ füllten früher die Räume, während heute die Themen-Donnerstage das Highlight der Woche sind. Von Tributen an internationale Events wie La Bresh bis hin zu verspielten Retroton-Nächten war Vielfalt schon immer die Hauptattraktion.
Essen und Trinken sind ebenso zentral für die Identität der Bar. Ihre Marineritas sind – trotz des Namens (der an Meeresfrüchte erinnert) – ein Markenzeichen; sie enthalten keinen Fisch, sondern bestehen aus zarten, mehlierten Rinderfilets, die knusprig und geschmacksintensiv serviert werden. Fernet und Pilsen-Bier sind Klassiker auf den Tischen, während Aperol in letzter Zeit zum Favoriten wurde. Ihr ehemaliger Signature-Shot, der “Mongarú“ – eine Mischung aus Zuckerrohrschnaps und Kaffee – bleibt als kühne und innovative Kreation in Erinnerung.
Mehr als eine Bar: Asuncións lebendiges Tribut
Selbst die kleinsten Details sind Teil der Marke Arsenal Cué geworden. Die wöchentlichen Schilder am Eingang greifen oft Humor, Trends oder kulturelle Referenzen von X (ehemals Twitter) auf. Einige davon gingen sogar über Paraguay hinaus viral und wurden zu einem unerwarteten Markenzeichen, das die Bar eng mit ihrer Community verbindet.
Das Arsenal Cué war nie einfach nur eine Bar. Es ist eine lebendige Hommage an das Stadtzentrum, ein Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen. Fast ein Jahrzehnt später ist es ein Ort, an dem Asunción zusammenkommt, um zu feiern, zu tanzen und sich zu erinnern. Ob wegen der Musik, der Nostalgie oder der Marineritas – das Arsenal Cué ist fester Bestandteil der Nachtkultur von Asunción.
Wochenblatt / Asunción Times















