Florian Géraud: Eltern fordern eine gemeinsame Untersuchung und bezweifeln die paraguayische Auslegung

Asunción: Die Leiche des Franzosen Florian Géraud wurde am 4. Januar in einer verlassenen Pizzeria im Viertel Villa Aurelia gefunden, und sein Tod hat bei seinen Verwandten und Bekannten Fragen und Spekulationen ausgelöst.

Florian Géraud war am 11. Dezember zu einer Reise nach Paraguay aufgebrochen, um einen Monat mit einem Freund zu verbringen und ein Dokumentarfilm-Projekt über die Kultur der Guarani durchzuführen. Sein Abenteuer fand jedoch ein jähes Ende. Nach einer viertägigen Suche wurde seine Leiche in einem Zustand gefunden, der an Selbstmord erinnerte, meldete die Polizei.

Florian wurde zuletzt am letzten Tag des Jahres 2023 lebend gesehen. Nachdem er mit seinem paraguayischen Freund und dessen Verwandten eine Silvesterparty gefeiert hatte, trennten sie sich spät in der Nacht, gegen 3 Uhr morgens. Die von den Überwachungskameras aufgenommenen Bilder zeigen, dass Florian das Haus zweimal zwischen 3 und 4 Uhr morgens verließ. Nachdem er das Haus zum zweiten Mal zu Fuß verlassen hatte, kehrte er nicht mehr zurück.

Etwa 6 km von Florians Wohnung entfernt wurde seine Leiche vier Tage später an einem Seil aufgehängt aufgefunden. Die Polizei stellte keine Anzeichen von Gewalt fest, und die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass der Tod durch mechanische Asphyxie eingetreten ist, was auf einen möglichen Selbstmord hindeutet.

Die Eltern glauben, dass es sich um eine inszenierte Szene gehandelt haben könnte.

Diese Version ist jedoch für die Verwandten von Géraud schwer zu akzeptieren, die überzeugt sind, dass Florian keinen Grund hatte, sich das Leben zu nehmen. Sie behaupten, dass seine finanzielle Situation stabil war und dass er noch am Tag vor seinem Verschwinden sagte, er genieße seinen Urlaub und sei begeistert von seinem Projekt, berichtet die französische Tageszeitung La Dépêche.

Eric und Josette Géraud wurden in einem Video von La Dépêche interviewt, in dem sie sagen, dass sie am Boden zerstört sind und eher an eine inszenierte Szene, sogar eine vorsätzliche, als an einen Selbstmord glauben. Im Folgenden geben wir das von diesem Medium veröffentlichte Interview mit Untertiteln wieder:

Eric äußerte seine Zweifel auch gegenüber France Info. „Ich habe am 30. Dezember mit ihm telefoniert, er war sehr glücklich über seine Reise“, sagte er.

„Für uns macht das keinen Sinn. Ehrlich gesagt, wäre es ein Verrat, ihn einfach so gehen zu lassen. Die Umstände seines Verschwindens erscheinen merkwürdig. Wenn es sich um einen Mord handelt, dann ist es nicht einfach nur ein Mord, sondern ein vorsätzlicher Mord, für den ein Ort eingerichtet wurde, eine Inszenierung, um ihn zu rechtfertigen. Ich weiß, dass dies ihn nicht zurückbringen wird. Danach weiß ich, dass sie ihn dort (in Paraguay) nicht finden werden, wenn sie nicht suchen wollen“, sagte er gegenüber demselben Medienunternehmen.

Außerdem war Florian nach Angaben seines Vaters kein Mensch, der dunkle Gedanken hatte.

Die Eltern warten auf die Eröffnung einer gemeinsamen gerichtlichen Untersuchung in Frankreich. Sie warten auch auf die Auswertung der Daten des Handys ihres Sohnes, das in der Nähe der Leiche gefunden wurde.

Auf der Suche nach Antworten haben die Eltern von Florian bei der Gendarmerie von Massat in Ariège Anzeige erstattet, in der Hoffnung, dass eine gemeinsame Untersuchung eingeleitet wird. Dies würde es den französischen Behörden ermöglichen, auf die von der paraguayischen Polizei gesammelten Informationen zuzugreifen und möglicherweise Licht in die unbekannten Umstände des Todes ihres Sohnes zu bringen.

Wochenblatt / Abc Color / La Dépêche

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2 Kommentare zu “Florian Géraud: Eltern fordern eine gemeinsame Untersuchung und bezweifeln die paraguayische Auslegung

  1. Divine Step (Conspectu Mortis)

    Die offizielle Ermittlungsarbeit hiesig Vollprofi-Prästeinzeitpolizei kann ich mir vorstellen, Name, Personalausweisnummer, dass tot und Schuhgröße habens ja bestimmt schon herausgefunden. Obwohl sie sich im Artikel noch gar nicht über diese herausragenden Ermittlungsergebnisse gegenseitig unter gscheit Grinsen auf dem Dente de Stockzahn auf die Schultern kloppen. Sicher ist es also nicht.
    Da bin ich mir 100 Prozent sicher – der Fall ist abgeschlossen.
    Abe immerhin hat hiesig Vollprofi-Prästeinzeitpolizei mit großem Fleiß und Eifer stets gekonnt mit größter Genauigkeit viel Verständnis für ihre Arbeit gezeigt, um stehst bemüht zu sein ihre Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit zu erledigen.
    Ist ja immerhin auch schon mal etwas.

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  2. Die Zweifel der Eltern sind bei den aufgeführten Fakten begründet. Das die PY Polizei an einer verwesenden Leiche nicht mehr viel feststellt ist nachvollziehbar. Es bleiben nur noch die sonstigen Beweismittel , insbesondere die Handy und App Auswertung . Bei einem Franzosen, der nicht perfekt Spanisch spricht wird man damit zuerst einen französischen Fachmann beauftragen müssen.

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