Endlich frei: Warum deutsche Auswanderer in Paraguay die Unabhängigkeit schätzen

Wer den Schritt über den Atlantik wagt und sich in Paraguay niederlässt, tut dies selten allein wegen des Klimas oder der günstigen Grundstückspreise. In Gesprächen mit Neuankömmlingen in Asunción, Hohenau oder im Chaco kristallisiert sich meist ein tieferliegendes Motiv heraus: der Wunsch nach einem Leben, das weniger von staatlichen Vorgaben bestimmt wird. Während in Europa das engmaschige Netz aus Vorschriften und Sicherheitslinien oft als einengend empfunden wird, verspricht der südamerikanische Binnenstaat einen Raum, in dem das Individuum wieder mehr zählt als die Verwaltungsvorschrift. Es ist eine bewusste Entscheidung für mehr Eigenverantwortung und gegen die „Vollkasko-Mentalität“, die den Alltag in Deutschland zunehmend prägt.

Ein Leben ohne ständige staatliche Kontrolle

Die Flucht vor der Überregulierung betrifft nahezu alle Lebensbereiche. In Deutschland greift der Gesetzgeber tief in die Privatsphäre ein, oft unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes. Das beginnt bei Bauvorschriften und endet bei der Gestaltung der Freizeit. Ein prägnantes Beispiel hierfür ist der Umgang mit Glücksspiel und Sportwetten. Während man in Deutschland durch den Glücksspielstaatsvertrag mit starren Einzahlungslimits und Datenbanken überwacht wird, empfinden viele Auswanderer diese Maßnahmen als unzulässige Bevormundung. Man möchte selbst entscheiden, wie viel Geld man für sein Hobby ausgibt, ohne dass eine Behörde im Hintergrund die Stoppuhr drückt.

Genau diese Suche nach Autonomie führt dazu, dass viele Residenten auch im digitalen Raum internationale Alternativen bevorzugen. Wer sich die Spannung am Spieltag nicht durch künstliche Wartezeiten nehmen lassen will, nutzt Wetten ohne Lugas-System, um die volle Kontrolle über die eigenen Einsätze zu behalten. Es ist symptomatisch für die Auswanderer-Community: Wo der deutsche Staat Grenzen zieht, sucht der Wahl-Paraguayer nach Wegen, seine Entscheidungsfreiheit zu wahren. Diese Haltung beschränkt sich nicht auf das Internet, sondern spiegelt eine grundsätzliche Lebenseinstellung wider, die staatliche Eingriffe nur dort akzeptiert, wo sie absolut unvermeidbar sind.

Wirtschaftliche Entfaltung abseits bürokratischer Hürden

Ein weiterer Aspekt, der Paraguay attraktiv macht, ist das wirtschaftliche Umfeld. Wer in Deutschland ein Unternehmen gründet, verbringt oft mehr Zeit mit Formularen und Genehmigungsverfahren als mit der eigentlichen Arbeit. Die Steuerlast erdrückt Innovationen häufig schon im Keim. In Paraguay hingegen erleben Unternehmer eine andere Realität. Natürlich gibt es auch hier Bürokratie, und die Mühlen der Behörden mahlen mitunter langsam. Doch die grundlegende Haltung ist eine andere: Der Staat tritt seltener als Bremser auf.

Die niedrigen Steuersätze und das Territorialprinzip bei der Besteuerung schaffen Anreize, die in Europa kaum noch zu finden sind. Wer Leistung bringt, darf die Früchte seiner Arbeit größtenteils behalten. Das zieht Macher an – Handwerker, digitale Nomaden und Investoren, die bereit sind, Risiken einzugehen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Man verlässt sich hier weniger auf Subventionen oder staatliche Hilfsprogramme, sondern vertraut auf die eigene Schaffenskraft. Diese wirtschaftliche Freiheit erfordert jedoch ein Umdenken. Ohne das soziale Netz, das man aus der alten Heimat gewohnt ist, wird die private Vorsorge zur Pflicht.

Die Rückkehr der Eigenverantwortung im Alltag

Freiheit bedeutet immer auch Konsequenz. Das Leben in Paraguay fordert den Menschen auf eine Weise, die in der durchorganisierten deutschen Gesellschaft oft verloren gegangen ist. Fällt der Strom aus, ruft man nicht sofort nach der Gemeinde, sondern wirft den eigenen Generator an. Ist die Straße schlecht, organisiert sich die Nachbarschaft, um Schlaglöcher zu füllen. Diese direkte Zuständigkeit für das eigene Umfeld stärkt den Gemeinschaftssinn und das Selbstvertrauen.

Man lernt schnell, dass Freiheit nicht Anarchie bedeutet, sondern die Abwesenheit von unnötigem Zwang bei gleichzeitiger Übernahme von Pflichten. Wer krank wird, muss sich selbst um eine gute Versicherung oder Rücklagen kümmern. Wer sein Haus baut, ist selbst für die Qualität verantwortlich. Für viele Neuankömmlinge ist dieser Lernprozess anfangs ungewohnt, doch er führt langfristig zu einer höheren Zufriedenheit. Man fühlt sich wieder als Gestalter des eigenen Lebenslaufs und nicht als Nummer in einem Verwaltungsvorgang. Genau dieses Gefühl der Selbstwirksamkeit ist es, das die meisten Auswanderer in Paraguay hält – trotz aller Schwierigkeiten, die ein Neuanfang in Südamerika mit sich bringt.

CC
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