Gefährliche Wahrheitssuche: Wenn die Handy-Kontrolle im Gefängnis endet

Asunción: Ein Geständnis in der Live-Sendung “La Mañana de Unicanal“ sorgt für hitzige Debatten. Die bekannte Moderatorin Dallys Ferreira gab offen zu, das Mobiltelefon eines Ex-Partners ohne dessen Zustimmung kontrolliert zu haben. Was als emotionaler Befreiungsschlag nach einem Betrug gedacht war, rührt in Paraguay an eine ernsthafte juristische Grenze.

Ferreira berichtete, dass sie durch die heimliche Durchsicht des Handys die Untreue ihres damaligen Partners aufdeckte. „Ich fand heraus, dass er andere Frauen in unsere gemeinsame Wohnung brachte – eine Wohnung, für die ich die Hälfte der Miete zahlte“, erklärte sie. Für Ferreira ist die aktuelle Rechtslage unverständlich: Sie forderte provokant, das Gesetz zur Privatsphäre aufzuheben, da es ihrer Meinung nach lediglich “skrupellose Menschen“ schütze.

Ihre Kollegin Dora Ceria hielt in der Sendung dagegen. Sie beschrieb das Gefühl, kontrolliert zu werden, als “schrecklich“ und als massiven Eingriff in die Intimsphäre, der das Misstrauen in einer Beziehung nur weiter schüre.

Die rechtliche Falle: Bis zu sechs Jahre Haft

Was viele Paare als “Beziehungssache“ abtun, ist in Paraguay gesetzlich klar geregelt. Das Kontrollieren eines fremden Mobiltelefons ohne ausdrückliche Erlaubnis ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat gegen die Vertraulichkeit privater Kommunikation.

-Rechtliche Basis: Die paraguayische Verfassung schützt die Privatsphäre als unantastbares Gut.

-Strafmaß: Wer die digitale Privatsphäre des Partners verletzt, muss mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zu sechs Jahren rechnen.

Der Fall Ferreira zeigt deutlich: Wer die Wahrheit sucht, kann in Paraguay schnell selbst auf der Anklagebank landen. Während die Untreue moralisch verurteilt wird, wird der Griff zum fremden Handy strafrechtlich verfolgt.

Wochenblatt / Cronica

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