Asunción: Dank einer neuen Gesetzgebung können Produzenten, die Energie für den Eigenbedarf erzeugen (z. B. durch Photovoltaikanlagen), ihre Überschüsse künftig an die nationale Elektrizitätsverwaltung (ANDE) verkaufen. Damit treten sie unter klar definierten vertraglichen Regeln in den Strommarkt ein.
Paraguay macht einen großen Schritt in Richtung Diversifizierung seiner Energiematrix. Die Basis hierfür ist das Gesetz Nr. 7.599/2025, das im vergangenen Jahr verabschiedet wurde. Es schafft einen neuen Rahmen für die Erzeugung von Strom aus nicht-hydraulischen erneuerbaren Quellen (Solar, Wind, Biomasse).
Die wichtigsten Punkte der Reform:
-Privatwirtschaftliche Beteiligung: Das Gesetz öffnet den Markt für private Investoren und ermöglicht den Kauf, Verkauf und sogar den Export von Energie.
-Einspeisung von Überschüssen: Nutzer mit Solaranlagen können überschüssige Energie in das nationale Verbundnetz (SIN) einspeisen und Verträge mit der ANDE abschließen.
-Planungssicherheit: Verträge für unabhängige Erzeuger können eine Laufzeit von bis zu 30 Jahren haben, was langfristige Investitionen absichert.
-Pflichtabnahme: Die ANDE ist verpflichtet, Anlagen von weniger als einem Megawatt von natürlichen oder juristischen Personen zu übernehmen, was das Modell des Eigenverbrauchs massiv stärkt.
Investitionschancen und Krypto-Mining
Vizeminister Mauricio Bejarano betonte, dass dies einen Paradigmenwechsel darstellt. Neben dem Eigenverbrauch eröffnen sich Exportchancen und neue Märkte. Besonders interessant: Die Verträge mit Kryptowährungs-Minern laufen 2027 aus. Diese Großverbraucher könnten künftig direkt Energie vom Privatsektor kaufen, anstatt von der ANDE.
Herausforderungen und Finanzierung
Damit der Umstieg attraktiv wird, arbeitet die Regierung mit der Entwicklungsfinanzierungsagentur (AFD) an zinsgünstigen Krediten, um die Amortisationszeit der Anlagen zu verkürzen. Bejarano nannte als künftige Herausforderungen die Schaffung einer unabhängigen Regulierungsbehörde (“Schiedsrichter“) und die Gründung eines eigenständigen Energieministeriums.
Wochenblatt / Forbes Paraguay / Beitragsbild Archiv















