Ciudad del Este: Ein lokalem Medium zugespieltes Video zeigt ein Telefongespräch zwischen einem Mann, bei dem es sich um „Chopalé“ handeln soll, und einer Person, die angeblich der Polizeiinspektor Jorge Pineda, Leiter der 1. Subkommissariats im Viertel San Rafael, ist. In dem Video ist der Mann (ohne Gesicht) mit einem Handy in der Hand zu sehen, wie er um Erlaubnis bittet, Raubüberfälle „für Sidra“ (Weihnachtsgeld) zu begehen.
„Wir müssen Geld verdienen“
Dem Material zufolge stellt sich der Mann dem Beamten vor und erklärt in einer Mischung aus Unterwelt-Codes und Guaraní, dass er „zwei Brieftaschen zum Abnehmen“ (Überfalle) plane, um „sein Weihnachten zu finanzieren“.
Als der Gesprächspartner antwortet, dass solche Absprachen am Telefon schwierig seien, verspricht „Chopalé“, einen Vertreter zu schicken, um das Geld „für den Kraftstoff“ (Schmiergeld) persönlich zu übergeben. „Wir müssen arbeiten, wir müssen Geld machen. Wir sind alle hinter dem Geld her“, hört man den mutmaßlichen Räuber auf Guaraní sagen. Sein Gegenüber, dessen Stimme dem Polizeichef zugeschrieben wird, antwortet bejahend und versichert, er sei „in Alarmbereitschaft“.
Personelle Konsequenzen
Nach der Veröffentlichung des Videos reagierte die Polizeidirektion prompt:
Inspektor Jorge Pineda wurde seines Amtes enthoben.
Inspektor Donato Escobar wurde als sein Nachfolger eingesetzt.
Der stellvertretende Polizeidirektor von Alto Paraná, Hauptkommissar Humberto Galeano, behauptet jedoch, dass die Stimme in der Aufnahme nicht die des suspendierten Beamten sei. Galeano erklärte, Pineda habe in der Gegend viele erfolgreiche Einsätze geleitet. Die Verbreitung des Videos sei laut ihm eine Reaktion von Kriminellen, die durch diese Polizeieinsätze gestört wurden. Pineda selbst fordere eine Untersuchung, um seine Unschuld zu beweisen.
Wer ist „Chopalé“?
Blas Pablo Melgarejo Benítez, besser bekannt als „Chopalé“, galt als der meistgesuchte Räuber Paraguays. Er wurde am Morgen des 28. Januar im Viertel San Rafael festgenommen, nachdem er fast ein Jahr lang auf der Flucht war. Zuvor war er aus dem Gefängnis von Minga Guazú entkommen. Dass er sich der Verhaftung so lange entziehen konnte, lag laut Ermittlern vermutlich an „privilegierten Informationen“ (Tipps aus Polizeikreisen), die es ihm ermöglichten, kurz vor dem Eintreffen der Beamten zu fliehen.
Dieser Fall befeuert die Diskussion über Korruption innerhalb der Polizei in Ciudad del Este. Wenn du möchtest, kann ich nach weiteren Berichten über die Festnahme von „Chopalé“ suchen oder prüfen, ob es neue Entwicklungen im Fall des suspendierten Inspektors gibt.
Wochenblatt / Abc Color















