Asunción: Nach einem Treffen mit dem Vorsitzenden der Nationalen Republikanischen Allianz (ANR), Horacio Cartes, hat Vizepräsident Pedro Alliana zugestimmt, als Präsidentschaftskandidat der Regierungspartei für die Nachfolge von Santiago Peña im Jahr 2028 anzutreten.
Bei diesem Treffen drückte Cartes seine Unterstützung für die Kandidatur aus und gewährte Alliana die Freiheit, seinen „Running Mate“ (Partner für das Amt des Vizepräsidenten) selbst zu bestimmen. Zu den Namen, die für das Duo gehandelt werden, gehören der Präsident der Abgeordnetenkammer, Raúl Latorre, und der Minister für Wohnungsbau und Lebensraum, Juan Carlos Baruja aber auch Santiago Peña, der ja bisher sein Können unter Beweis stellen konnte.
Innerhalb der Bewegung Honor Colorado werden jedoch auch andere Optionen für die Vizepräsidentschaft in Betracht gezogen, darunter der Gouverneur von Caaguazú, Marcelo Soto, und sein Kollege aus Guairá, César „Cesarito“ Sosa, die jedoch derzeit eher Außenseiterchancen für das Ticket haben. Dennoch könnten die Ergebnisse der Kommunalwahlen das Blatt noch einmal wenden.
Die Rückendeckung von Cartes für Alliana wird als strategischer Schachzug interpretiert, um die interne Ordnung innerhalb von Honor Colorado zu festigen. Dies geschieht vor dem Hintergrund der anstehenden internen Vorwahlen, der Kommunalwahlen und der langfristigen Planung für die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 2028.
Interne Krisen und die diplomatische Rüge für Leite
Die Festlegung der Kandidatur und die Bildung des Präsidentschafts-Gespanns gelten als Schlüsselelemente für die Neuausrichtung des Regierungslagers. Dieses hatte in den letzten Wochen mit internen Krisen aufgrund von Machtkämpfen zwischen führenden Vertretern zu kämpfen, ergänzt durch den Gesundheitszustand von Cartes, der sich derzeit in der Genesungsphase befindet.
Parallel dazu bestellte Außenminister Rubén Ramírez Lezcano den paraguayischen Botschafter in den USA, Gustavo Leite, ein. Grund waren Aussagen Leites, in denen er mutmaßliche Schmiergeldzahlungen innerhalb der Regierung von Santiago Peña andeutete. Bei dem Treffen im Außenministerium brachte Lezcano seine Missbilligung gegenüber dem beurlaubten Senator zum Ausdruck.
Der Außenminister erinnerte ihn daran, dass er in seiner Funktion als Botschafter ein Verhalten an den Tag legen müsse, das seinem Amt und den diplomatischen Regeln entspreche. Auffällig war, dass das Außenministerium die Details des Treffens auf seiner Website und in den sozialen Netzwerken unter einem vielsagenden Titel veröffentlichte:
„Außenminister bestellt Botschafter Leite ein und ruft ihn zur Ordnung.“
Leite hatte in seinen Äußerungen die Regierungsführung mit früheren Amtszeiten verglichen und behauptet, dass es damals keine Praktiken im Zusammenhang mit Bestechung gegeben habe. Diese Behauptungen lösten innerhalb der Exekutive heftige Reaktionen aus und führten zum direkten Eingreifen des Außenministeriums.
Wochenblatt / LPO















