Asunción: Die geringere Verfügbarkeit von Schlachtvieh stützt derzeit die Viehpreise in Paraguay, drückt jedoch gleichzeitig die Gewinnspannen der Schlachthöfe (Frigoríficos).
Dies geht aus dem aktuellen Bericht “Novillo Tipo Paraguay 2.0“ des paraguayischen Verbandes der Fleischproduzenten und -exporteure (APPEC) hervor.
Die Industrie im Zangengriff
Obwohl die Branche eine ihrer besten Phasen hinsichtlich des Bruttomargen-Werts pro geschlachtetem Tier erlebt (im Februar lag der Wert eines Tieres bei 1.506 USD pro Kopf), zeigt der Trend nach unten. Während die Viehpreise um 3 % stiegen, brach die industrielle Bruttomarge um 16 % ein.
Ein Hauptgrund: Die Schlachthöfe arbeiten derzeit nur mit 50 % bis 55 % ihrer Kapazität. Da das Angebot an Schlachtvieh im Vergleich zum Vorjahr um massive 27 % eingebrochen ist, entsteht ein aggressiver Wettbewerb unter den Aufkäufern, was die Preise für die Erzeuger hochhält.
Warum die Preise das ganze Jahr über hoch bleiben
Für Marktbeobachter und Verbraucher ist die wichtigste Erkenntnis aus dem Bericht, dass eine Entspannung bei den Fleischpreisen in weiter Ferne liegt. Mehrere Faktoren zementieren das hohe Preisniveau für das gesamte Jahr 2026:
-Fünf Jahre Herdenabbau: Der paraguayische Rinderbestand ist fünf Jahre in Folge geschrumpft. Es gibt strukturell einfach weniger Tiere, die schlachtreif sind. Dieses Defizit lässt sich nicht kurzfristig beheben.
-Hohe Leerkapazitäten: Da die großen Schlachthöfe auf hohen Fixkosten sitzen, müssen sie versuchen, ihre Anlagen auszulasten. Sinkt das tägliche Angebot unter 7.000 Köpfe, werden die Fabriken bei den Einkäufen „aggressiver“, um überhaupt Tiere zu bekommen – das treibt den Preis pro Tier nach oben.
-Starke internationale Nachfrage: Trotz der internen Probleme Paraguays bleibt der Weltmarkt hungrig nach Fleisch. Solange der Export lukrativ bleibt, gibt es keinen Grund für sinkende Inlandspreise.
-Währungsfalle für Produzenten: Obwohl die Viehpreise in Dollar stabil erscheinen, leiden die Farmer unter dem schwachen Dollar-Kurs, da ihre Betriebskosten (Löhne, Treibstoff) in Guaraní anfallen. Auch dies verhindert, dass Produzenten Spielraum für Preissenkungen haben.
Fazit für den Markt
Da das Angebot aufgrund der kleineren Herden das ganze Jahr über niedrig bleiben wird, die internationale Nachfrage aber stabil ist, ist davon auszugehen, dass die Viehpreise – und damit auch die Fleischpreise an der Ladentheke – bis Ende 2026 auf einem hohen Niveau verharren werden.
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