KI: Viele Länder “fliegen“, wir fahren mit dem Karren

Asunción: Die Pädagogin Sofía Scheid warnte vor der Rückständigkeit Paraguays bei der Integration von Technologien wie künstlicher Intelligenz (KI) und betonte die dringende Notwendigkeit von Investitionen in die digitale Infrastruktur und in menschliche Talente.

„Wir haben eine Internetdurchdringung von nur 27 bis 28 Prozent, und dabei ist das mobile Internet noch gar nicht eingerechnet, das sich nicht für die Entwicklung großer Sprachmodelle eignet. Ohne eine grundlegende Infrastruktur können wir nicht vom Konsumenten zum Entwickler werden“, sagte Scheid und drängte darauf, den Internetzugang als öffentliches Gut zu betrachten, auch wenn er in privater Hand liege.

Ihr zufolge besteht häufig ein Missverständnis darüber, was künstliche Intelligenz eigentlich ist. „Es geht nicht nur um die produktiven Chats, die wir am Telefon führen. Wir sprechen über Technologien, die für andere Technologien entwickelt wurden. Es geht um Makrointelligenz“, erklärte sie.

Scheid betonte, dass in Paraguay in vielerlei Hinsicht immer noch analog gearbeitet werde, was die technologische Entwicklung stark einschränke. „Wir sammeln Daten nicht systematisch. Um über künstliche Intelligenz zu sprechen, brauchen wir effiziente Datenerfassungssysteme. Und die gibt es in Paraguay noch nicht“, sagte Scheid.

Sie erinnerte auch daran, dass während der Amtszeit von Horacio Cartes an der “letzten Meile“ gearbeitet wurde – also daran, wie man das Internet zu den Bürgern bringt – und die ersten Schritte in Richtung E-Government vorangetrieben wurden. Sie ist jedoch der Ansicht, dass der Prozess ins Stocken geraten sei und eine strategische nationale Allianz mit Technologieunternehmen erforderlich sei, um die digitale Kluft zu überbrücken.

„Die Welt bewegt sich bereits in Richtung künstlicher Intelligenz, und wir stecken in einer Sackgasse. Wenn wir nicht schneller vorankommen, werden wir von der Entwicklung ausgeschlossen“, erklärte sie abschließend.

Wochenblatt / adn digital

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3 Kommentare zu “KI: Viele Länder “fliegen“, wir fahren mit dem Karren

  1. Kaffeetrinker

    Es war schon etwas anders, Lugo liess die die Gratis
    WIFI Antennen montieren an den öffentlichen Plätzen, während Cartes Zeit gingen die ausser Betrieb.
    KI und Chatgpt etc werden viel schneller wichtig als bisherige Technolgie, so das auch ältere Semester wie ich nicht
    darum her kommen, sich jetzt damit auseinander zu setzen.

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  2. Albert Rotzbremsn

    Sorry, verwende keine Synapsenzombies. Auch wenn se das gerne hätten. Dennoch setzte ich mich selbstverständlich längst damit auseinander. Jedoch Moneten für Diebstahl geistigem Eigentums gibt es nicht. Ich setze mich insofern mit dem Gurk auseinander, indem ich jede Hiobsbotschaft mit Handkuss aufnehme. Z.B. dass Migrosoft vorerst nun doch nur 80 Mrd. $ investiert, anstatt wie angekündigt 350 Mrd. $. Ehrlich geschrieben warte ich mit Freuden darauf, auf dass die Blase platz.

  3. Land Of Confusion

    Ich lese häufiger, dass Programmierer arbeitslos werden dank der so hypergeilen, supertollen KI. Was früher 5 gut gebildete Programmierer gemacht haben, kann nun auch einer machen mit KI und der sitzt idealerweise auch noch in Indien, die das für ein Appel und Ei machen. Ich bin in der IT nicht zu Hause, aber angeblich ist das das reinste Karussell. Kriegt man eine Aufgabe nicht gleich gebacken, fliegt man und der Nächste darf sich versuchen – dazu konstant auf dem Stand der Technik sein. 10 Stunden täglich vorm Rechner sitzen – das freut die Wirbelsäule und die Muskeln. Klar, die Gehaltsmöglichkeiten sind üppig – aber dazu permanenter Druck und Leistungshingabe und der Beschäftigungsstuhl wackelt permanent. 100 % Remote – man arbeitet für Leute, die man nur aus Zoom oder Teams kennt.
    Schöne, neue Welt.

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