Luque: Das Nationale Institut für Genossenschaftswesen (Incoop) hat den Aufsichtsrat der Kooperative Luque aufgefordert, innerhalb von fünf Tagen eine außerordentliche Versammlung einzuberufen. Die Maßnahme erfolgt nach der vierjährigen Sperre mehrerer Vorstandsmitglieder. Gegen diese wird wegen mutmaßlichen Veruntreuung von 12 Milliarden Guaraníes ermittelt.
Mit einer Resolution vom 4. Mai ordnete das Nationale Institut für Genossenschaftswesen (Incoop) an, dass der Aufsichtsrat der Cooperativa Multiactiva Luque Ltda. eine außerordentliche Versammlung zur Wahl neuer Amtsträger einberufen muss. Die Anordnung zielt darauf ab, die Stellen zu besetzen, die nach den Sanktionen gegen die Mitglieder des Verwaltungsrats vakant geworden sind.
Die Regulierungsbehörde setzte eine Frist von fünf Kalendertagen ab dem Tag nach der Zustellung (Fristende voraussichtlich am 9. Mai), um die Versammlung gemäß Artikel 49 der Satzung des Unternehmens einzuberufen.
Sanktionen und Amtsverbot
Incoop beschloss, gegen die wichtigsten Vorstandsmitglieder des vorherigen Rates eine vierjährige Sperre für die Ausübung von Wahlämtern in allen Genossenschaften des Landes zu verhängen.
Unter den Betroffenen befindet sich Miguel Mancuello Ozuna, derzeitiger Vizepräsident der Kooperative und Kandidat für den Stadtrat, der zum Zeitpunkt der untersuchten Vorfälle als stellvertretender Schriftführer tätig war.
Die Liste der sanktionierten Personen umfasst zudem:
Roberto Osmar Pont Núñez (ehemaliger Vizepräsident)
Edert Eduardo Falcón Orué (ehemaliger Präsident)
Graciela Coronel (ehemaliges Vorstandsmitglied)
Héctor Ramón Samudio (ehemaliges Vorstandsmitglied)
Margarita Pintos de Ferreira (ehemaliges Vorstandsmitglied)
Elvira Martínez Vda. de Mosqueira (ehemaliges Vorstandsmitglied)
Die Sanktion tritt am Tag nach der Resolution in Kraft. Da fünf ordentliche Ratsmitglieder und ein Stellvertreter betroffen sind, ist der Verwaltungsrat nun führungslos, weshalb die Einberufung einer Versammlung zur Erneuerung der Führungsebene erforderlich ist.
Hintergründe der Veruntreuung bei der Kooperative Luque
Die institutionelle Krise entstand nach einer im September letzten Jahres eingereichten formellen Anzeige wegen einer mutmaßlichen Veruntreuung von 12 Milliarden Guaranies. Den Untersuchungen zufolge wurden irregulär Millionenkredite an Mitglieder vergeben, die nicht zahlungsfähig waren, oder in einigen Fällen an Personen, die gar nicht existierten.
Aufgrund einer Überprüfung der Bilanzen hatten Mitglieder des Rates die Vorfälle selbst zur Anzeige gebracht. Am 19. Dezember 2024 wurde der Hauptsitz der Kooperative bei einer Razzia unter der Leitung von Staatsanwalt Jorge Escobar durchsucht.
Nach einer Reihe von Befangenheitsanträgen, die erst Escobar und dann die Staatsanwältin Carolina Spezzini von dem Fall entbanden, wurde das Verfahren schließlich der Staatsanwältin Sofía Galeano übertragen. Diese hat nun Anklage gegen die ehemaligen Vorstandsmitglieder wegen mutmaßlicher Untreue und Betrug im Rahmen der millionenschweren Veruntreuung erhoben.
Wochenblatt / Abc Color














