Moskau: Ein Fotograf und ein Dozent berichten über eine Präsentation der paraguayischen Kultur, die vor Kurzem im Rahmen des 5. Kulturfestivals der Länder Lateinamerikas und der Karibik in Russland stattfand. Das Festival wurde vom 18. bis 26. Juli in Moskau und Sankt Petersburg ausgetragen.
Es handelt sich um Óscar Rivet, einen professionellen Fotografen, der auf Einladung aus Asunción anreiste, und William Díaz, einen Dozenten für Spanisch und Englisch, der seit 13 Jahren in Russland lebt. In seinen Fotografien hebt Díaz vor allem die Fauna, die Traditionen und die Folklore Paraguays hervor.
Beide wurden von der Moskauer Stadtverwaltung über die paraguayische Botschaft in der Russischen Föderation eingeladen. Neben den Fotoausstellungen gab es auch traditionelle Musik und Tänze. Die ersten beiden Präsentationen fanden in Moskau statt – im Eremitage-Garten und im Zoo der russischen Hauptstadt, einem der größten Europas. Die dritte Präsentation erfolgte in der Stadt Sankt Petersburg.
Ausstellung über die Tierwelt
Die Präsentation stützte sich auf eine Ausstellung der wichtigsten und repräsentativsten Vertreter der paraguayischen Fauna sowie der symbolträchtigsten Tiere des heimischen Ökosystems und unterstrich die Bedeutung des Schutzes der Artenvielfalt.
Unter den Mottos “Fotografie ist eine Brücke, die Kulturen verbindet“ und “Bilder, die Bewusstsein schaffen“ brachte Rivet einen Teil von Paraguay nach Russland, wo sich das Publikum sehr interessiert und wissbegierig zeigte, mehr über die heimische Kultur zu erfahren.
So wurden Fotografien des Jaguars, des Nacktschecken-Glockenvogels, des Wasserschweins, des Urutaus, des Jabirus, des Mähnenwolfs und des Sumpfhirsches ausgestellt. Zudem wurden Bilder von der Herstellung des traditionellen Ponchos durch die Kunsthandwerkerin Rosa Segovia sowie Motive der Ñandutí-Spitzenweberei von der Kunsthandwerkerin María Inés Salinas gezeigt.
Besonders fasziniert war das Publikum vom Gesang des Glockenvogels und von den Wasserschweinen. Ebenso wurden die zu 100 % in Handarbeit gefertigten Kunsthandwerke wie der Poncho Para’i und das Ñandutí von den Besuchern hoch geschätzt.
Großes Interesse des Publikums
„Das Publikum war sehr neugierig, gebildet und belesen. Die Menschen kamen nach den Präsentationen mit vielen Fragen auf uns zu“, betonte Rivet über die Erfahrung, die paraguayische Kultur an einen so fernen Ort und vor ein wissbegieriges Publikum zu bringen.
Als amüsante Anekdote zeigte sich Díaz überrascht über das Wissen vieler Russen über paraguayische Besonderheiten. So erzählte er, dass man Paraguay kenne, weil viele José Luis Chilavert für den besten Fußballtorwart der Geschichte halten und weil es das einzige Land mit einer festen Suppe (Sopa Paraguaya) sei. Eine Person erkundigte sich zudem nach den Jesuitenreduktionen.
Schließlich merkte Rivet an: „Ich war angenehm überrascht von Russland. Viel Geschichte, ein ordentliches und sauberes Land. Ich wünschte, wir könnten hier in unserem geliebten Paraguay etwas davon übernehmen.“
Díaz seinerseits erwähnte, dass er zwar eine Familie gegründet habe und im slawischen Land etabliert sei, man aber “sein Land, seine Kultur, seine Sprache, sein Essen, seine Familie und seine Freunde immer vermisst. Wir sind nicht nur weit weg, sondern sehr weit weg. Diese Aktivität hat meine Heimat, meine Familie, meine Freunde und mein Essen wieder näher an mein Herz gebracht. Und das zählt viel, wenn man so weit weg ist. Ich bin glücklich mit den Entscheidungen, die ich getroffen habe, und mit den Menschen um mich herum, aber das ändert nichts an meiner Identität und wer ich bin.“
Wochenblatt / La Nación














