Mehr als die Hälfte des Gehalts für Lebensmittel

Asunción: Der Vizepräsident der Arbeitergewerkschaft CUT-A), José Pineda, äußerte seine entschiedene Ablehnung der jüngsten Mindestlohnerhöhung.

Laut Pineda spiegele die Entscheidung eine “offensichtliche Kluft“ zwischen der herrschenden politischen Klasse und den tatsächlichen Bedürfnissen der arbeitenden Bevölkerung wider.

Die Gehaltserhöhung beträgt 100.739 Guaranies, womit der aktuelle Monatslohn 2.899.048 Guaranies beträgt. Pineda argumentierte, dass die Anpassung trotz der “vielfältigen Elemente, Zahlen und erheblichen Unterschiede“, die sogar vom Präsidenten und seinen Ministern eingeräumt würden, nicht den Forderungen der Arbeitnehmer entspreche.

„Es ist bedauerlich, dass auf unsere Position in keiner Weise eingegangen wurde“, erklärte er. Der CUT-A-Vertreter bezeichnete die Maßnahme als “beschämend“ und betonte, es gebe keine politischen, numerischen oder rechtlichen Begründungen für diese Anpassung. Er bestritt außerdem den Zusammenhang zwischen der Gehaltsanpassung und der Inflation, ein von den Behörden häufig verwendetes Argument.

„Die Behauptung, dass Lohnerhöhungen Inflation erzeugen, ist höchst umstritten und unbewiesen“, behauptete er und fügte hinzu, die Inflation habe in den letzten Jahren auch ohne angemessene Gehaltserhöhungen angehalten.

Pineda kritisierte zudem offizielle Daten der Zentralbank von Paraguay (BCP), die schätzt, dass Arbeitnehmer 26,9 Prozent ihres Gehalts für Lebensmittel ausgeben. Er bezeichnete dies als “Trugschluss und Lüge“.

Unter Berufung auf ehemalige Minister wie Dionisio Borda stellte er fest, dass die tatsächlichen Ausgaben für Lebensmittel zwischen 60 und 70 Prozent des Einkommens der Arbeitnehmer ausmachen könnten. „Arbeiter geben mehr als die Hälfte ihres Gehalts für Lebensmittel aus“, bestätigte er.

Pineda stellte außerdem die Methodologie der BCP in Frage, das die Lebenshaltungskosten auf Grundlage der ärmsten 20 Prozent und der reichsten 20 Prozent der Bevölkerung misst und dabei die Realität der Mehrheit außer Acht lässt.

Er plädierte für tiefgreifendere Strukturmaßnahmen zur Lösung des zugrunde liegenden Problems und betonte, dass die Daten offizieller Institutionen wie der Verbraucherschutzbehörde Sedeco und dem Statistikamt INE deutlich andere Gesamtausgaben widerspiegelten als angegeben.

Wochenblatt / Megacadena / Beitragsbild Archiv

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4 Kommentare zu “Mehr als die Hälfte des Gehalts für Lebensmittel

  1. Mit jeder Lohnerhöhung nimmt zwangsläufig die Kaufkraft ab und die Armut zu. Die Mehrheit ist aber zu dumm das zu verstehen

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    1. Richtig. so wie letztes Mal: Man muss Unternehmer sein um genug Intelligenz zu haben, dass man nur mit sinkenden Löhnen bei gleichzeitig trotzdem steigenden Preisen reich werden kann. Zumindest als Unternehmer.
      Im Ernst: Wird es wirklich nie zu blöd?

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  2. buffibuffke

    Ja, logisch. Kaufkraft sinkt, wenn die Menschen mehr Geld durch Lohnerhöhungen haben. -Ironie off-
    Kaufkraft kann allerdings sinken wenn z.B.: die Preise steigen. Darum ging es hier allerdings nicht.
    Aber ich bin ja zu dumm um das wirklich zu verstehen.

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