Asunción: Der Arzt Juan Pablo Servín zeigte sich in den sozialen Netzwerken schockiert über ein Stellenangebot, das er als totalen Missbrauch bezeichnete. Er erinnerte daran, dass die Sklaverei längst abgeschafft sei.
„Muss die Bewerberin ihre eigenen Handfesseln mitbringen oder werden diese am ’Arbeitsplatz‘ gestellt?“, fragte sich Dr. Servín ironisch, als er auf eine Anzeige für Hausarbeit stieß, die ihn fassungslos machte. Die Ausschreibung für eine Stelle in Asunción forderte von den Bewerberinnen eine Liste an Bedingungen, die laut dem Mediziner an Absurdität und Ausbeutung grenzen.
Die harten Fakten der Anzeige:
-Gehalt: 3.100.000 Gs. (knapp über dem Mindestlohn).
-Arbeitszeit: 15 Stunden pro Tag (von 06:00 bis 21:00 Uhr).
-Woche: Montag bis Samstag (samstags bis 15:00 Uhr).
-Freizeit: Nur alle 15 Tage darf das Haus verlassen werden.
-Zusatzaufgaben: Komplette Hausarbeit (Putzen, Kochen, Waschen, Bügeln) UND die Betreuung eines Kindes mit Autismus.
-Anforderungen: Körperliche Kraft zum Heben von Kindern, viel Geduld, Liebe und eine 90-tägige Probezeit.
Reaktion des Arztes: “Sklaverei ist abgeschafft“
Dr. Servín hielt mit seiner Empörung nicht hinter dem Berg: „Gibt es die Peitschenhiebe vor oder nach der Pause?“, ätzte er auf seinen Kanälen. Er betonte, dass die Betreuung eines Kindes mit besonderen Bedürfnissen eine enorme physische und psychische Belastung darstellt, die normalerweise auf mindestens zwei bis drei Personen aufgeteilt werden müsste, um die geistige Gesundheit des Personals zu wahren.
Besonders skandalös fand der Arzt die Bedingung, dass die Angestellte im Haus leben muss und keine Verhandlungsbasis für den Feierabend besteht. In der Anzeige hieß es ausdrücklich: „Der Verbleib im Haus ist nicht verhandelbar; wer glaubt, dass dies ein Problem darstellt, möge sich bitte nicht bewerben.“

Wochenblatt / Extra















