Asunción: Der Richter des Obersten Gerichtshofs (Corte Suprema de Justicia), Víctor Ríos (Beitragsbild), kritisierte während der Plenarsitzung der höchsten Justizinstanz den Staatsanwalt Leonardi Guerrero scharf. Dieser hatte die Richterin für Abwicklung und Urteilssprüche aus Pedro Juan Caballero, Librada Peralta, mehrere Stunden warten lassen.
Gegen die Richterin läuft ein Verfahren wegen der mutmaßlichen Verwendung gefälschter Dokumente, um bei einem Wettbewerb vor dem Regierungsrat der Magistratur Punkte zu sammeln und sich Vorteile zu verschaffen.
Ríos bemängelte das Verhalten des besagten Staatsanwalts, da die Richterin mehrere Stunden in Guerreros Dienststelle verbrachte, um zu dem gegen sie laufenden Strafverfahren angehört zu werden – der Staatsanwalt empfing sie jedoch nicht. Die Richter Manuel Ramírez Candia und Gustavo Santander schlossen sich der Kritik von Ríos an. Sie wiesen darauf hin, dass ein solches Verhalten von Staatsanwälten von der Corte berücksichtigt werden sollte, wenn es um deren Bestätigung oder Nichtbestätigung im Amt geht.
Ríos berichtete zudem, dass Guerrero mehr als eine Woche nach Einreichung der Anklage sich noch immer nicht “bequemt“ habe, die Ermitlungsakte und die Anklageschrift der Richterin vorzulegen. Diese habe erst aus den Medien von dem Strafverfahren gegen sie erfahren.
„Die Frage ist: Nach welchen Standards arbeiten eigentlich manche Staatsanwälte? Informieren sie erst die Medien über die Anklage und erst dann, wenn es ihnen passt, die betroffene Person?“, fragte Ríos. Er fügte hinzu, dass der Staatsanwalt die Richterin von 08:00 Uhr morgens bis 15:00 Uhr nachmittags habe warten lassen, ohne sie zu empfangen.
Der Verfassungsrichter hinterfragte den Umgang mit der Magistratin und betonte: Wenn einige Staatsanwälte so mit einer Richterin umgehen, könne man sich unschwer ausmalen, wie sie erst “ganz normale Bürger“ behandeln. Er griff den Staatsanwalt Guerrero direkt an und spottete: „Nicht einmal Friedrich der Große hielt sich für so wichtig.“
Abschließend richtete sich der Richter an den Generalstaatsanwalt des Staates, Emiliano Rolón, und erinnerte daran, dass der Oberste Gerichtshof ihn und die Staatsanwälte stets empfange. Daher forderte er Gegenseitigkeit und Respekt im Umgang mit den Mitgliedern der Justiz.
Wochenblatt / La Nación















