Paraguay: 4.000 Millionäre und 39% des BIP am Schwarzmarkt

Diese Woche wurden zwei interessante Studien veröffentlicht, die erste von Credit Suisse betrachtetet anlässlich des beeindruckenden Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre die Verteilung des Reichtums im Land.

Nach der Untersuchung verfügen 3,17 der 4,05 Millionen Einwohner im Erwachsenenalter über ein Vermögen von unter 10.000 USD (ca. 56 Millionen PYG), während etwas mehr als 4.000 Personen mehr als eine Million US-Dollar ihr Eigentum nennen.

Die Analysten stellen die ungleiche Verteilung der Güter als schwierigstes Problem der Gesellschaft dar, welches noch von keiner Regierung gelöst werden konnte, klar wird dies an der starken Abweichung des Zentralwerts (Median) der zu Grunde liegenden Daten von 3.672 USD und dem Durchschnittsvermögen von 10.505 USD.

Das Gleiche sagt im Grunde der Gini-Koeffizient aus, der die Ungleichverteilung zwischen Arm und Reich misst und seit Jahrzehnten beinahe unverändert für Paraguay ist.

Ebenso in dieser Woche erschien das Ergebnis einer Analyse der Organisation Pro Desarrollo mit dem Titel „Unterirdische Wirtschaft“ (Economía Subterránea), die vom Finanzministerium und der interamerikanischen Entwicklungsbank (BID) unterstützt wurde.

Präsentiert und geleitet wurde die Studie vom früheren Abgeordneten Sebastián Acha, der die Zahl von 11.966 Millionen USD als Inlandsprodukt der Schattenwirtschaft für das Jahr 2014 nannte. Darin einbezogen sind Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Korruption, illegale Beschäftigung, Schmuggel und Handel mit verbotenen Waren, zusammen mache dies 38,6% des Bruttoinlandsproduktes aus.

Er sagte: „Vor kurzem demonstrierten tausende Jugendliche und forderten Gerechtigkeit, anlässlich des Mordes eines Studenten, wegen seines Telefons. Andererseits kaufen dieselben Personen oftmals Telefone unter dem Ladentisch. Hier müssen wir den mentalen Chip auswechseln.“

Die Daten von Pro Desarrollo stützen sich zum einen auf Umfragen bei Unternehmen und Arbeitern und zum anderen auf indirekte Werte, wie inoffiziellen Energieverbrauch und Indikatoren des Arbeitsmarktes.

Der Vizeminister für Handel, Pablo Cuevas, erklärte, man habe in 2014 bei 2.604 Polizeioperationen Waren im Wert von 214 Milliarden Guaranies beschlagnahmt, die zu 166 Anzeigen und 60 Anklagen durch die Staatsanwaltschaft führten. Die Aufklärungsquote sei zwar gestiegen, aber insbesondere das niedrige Strafmaß mit einer Maximalstrafe von fünf Jahren für Schmuggel, sei eine zu niedrige Hemmschwelle für dies Form der Kriminalität.

Quellen: 5días, Última Hora