Paraguay bei der WM 2026 in Gruppe D: Ist das Weiterkommen realistisch?

Nach 16 Jahren Abwesenheit ist Paraguay zurück auf der großen Bühne: Die „Albirroja“ löste bereits Anfang September das Ticket für die WM 2026, nachdem man sich zu Beginn der Qualifikation noch durchaus schwer getan hatte. So hatte das Team nach den ersten sechs Spieltagen gerade einmal ein Tor erzielt und fünf Punkte gesammelt. Das WM-Ticket schien damals in weiter Ferne. 

Doch mit Ankunft des neuen Trainers Gustavo Alfaro, welcher von vielen nur „Lechuga“ genannt wird, sollte sich das Blatt schnell wenden. Die Nationalmannschaft Paraguays arbeitete sich zurück in die Erfolgsspur, qualifizierte sich endlich mal wieder für eine Weltmeisterschaft und will dort im kommenden Jahr für eine positive Überraschung sorgen. Doch hat die Elf von Trainer Alfaro überhaupt das Zeug dazu, in Gruppe D zu bestehen?

Die Ausgangslage Paraguays vor der WM 2026

Lange war Paraguay in der letztlich erfolgreichen Qualifikation ein Schatten seiner selbst. Kaum Tore, kaum Punkte und insgesamt eine Mannschaft, die einfach nicht funktionieren wollte. Als im Sommer 2024 dann allerdings Alfaro das Traineramt bei der Albirroja übernahm, schaffte es der Argentinier innerhalb kürzester Zeit, eine funktionierende Einheit zu formen.

So qualifizierte sich Paraguay unter dem neuen Trainer letztlich ziemlich souverän für die anstehende Weltmeisterschaft: neun Spiele ungeschlagen, Siege gegen die Schwergewichte Argentinien, Brasilien und Uruguay sowie das 0:0 gegen Ecuador, das bereits vor dem letzten Spieltag das endgültige WM-Ticket sicherte. Die Vorfreude auf das prestigeträchtigste Turnier im Fußball ist landesweit natürlich riesig.

Schon jetzt finden alle Freunde des Sports und der Sportwetten erste Prognosen zur WM 2026, mehr dazu hier. Wie groß die Bedeutung dieses sportlichen Erfolgs der eigenen Nationalmannschaft in Paraguay ist, zeigte die Reaktion des Präsidenten Santiago Peña eindrucksvoll. Er nannte die WM-Qualifikation historisch und erklärte den 5. September 2025, also den Tag des letztlich entscheidenden 0:0-Unentschiedens gegen Ecuador, zum nationalen Feiertag.

Paraguay und die Weltmeisterschaft: Die lange Reise bis zum WM-Comeback

Paraguays letzte WM-Teilnahme im Jahr 2010 war ein Fest der Emotionen. Nach einer starken Turnierleistung verlor man im Viertelfinale letztlich nur knapp gegen den späteren Weltmeister Spanien. Anschließend folgte jedoch eine lange Durststrecke: Letzter Platz in der Qualifikation für die WM 2014 sowie verpasste WM-Endrunden 2018 und 2022 sorgten für zehn Trainerwechsel in 13 Jahren.

Die Qualifikation für die WM 2026 bedeutet für Paraguay daher nicht nur die Rückkehr auf die ganz große Bühne des Fußballs, sondern auch das Ende einer langanhaltenden Leidenszeit. Insbesondere viele junge Menschen aus Paraguay erleben nun zum ersten Mal, wie sich ihre Nationalmannschaft bei einer WM mit den besten Nationen der Welt misst. Nach vielen Jahren des Misserfolgs ist die Hoffnung auf ein ähnlich starkes Turnier wie 2010 wieder groß.

Gruppe D im Überblick: Machbar oder Endstation?

Die Auslosung ergab für Paraguay die Gruppe D. Hier trifft die Elf um Top-Star Miguel Almirón auf die USA, Australien und den Sieger der UEFA-Play-offs C – also Rumänien, Türkei, Slowakei oder Kosovo. Es ist eine Gruppe, die auf den ersten Blick durchaus machbar wirkt, jedoch ihre eigenen Tücken hat. So betonte Trainer Alfaro nach der Auslosung, dass jeder Gegner auf Augenhöhe sei, was die Gruppe besonders spannend mache.

Die USA spielen auf heimischem Boden und könnten so von einem Heimvorteil profitieren. Australien macht es den eigenen Gegnern traditionell vor allem durch eine besondere physische Stärke und Teamdisziplin schwer. Dazu gesellt sich dann noch der Play-off-Sieger aus Europa. Hier gilt die Türkei als favorisiert und dürfte rein von der individuellen Qualität deutlich vor Paraguay einzuschätzen sein. Doch auch Paraguay sollte auf keinen Fall unterschätzt werden.

Eigenschaften und Stärken der paraguayischen Nationalmannschaft

Die große Stärke der Nationalmannschaft Paraguays liegt ohne Zweifel in der eigenen Defensive. In sechs von elf Spielen unter dem neuen Trainer Alfaro blieb man ohne Gegentor. Alfaro hat es geschafft, das Team mental zu stabilisieren und eine erfolgversprechende Taktik aus der gewohnt defensiven Grundstruktur heraus zu implementieren.

Offensiv sorgen vor allem Miguel Almirón und Julio Enciso für Kreativität. Beide bringen eine besondere Dynamik ins Spiel der paraguayischen Nationalmannschaft und sind für einen Großteil der kreierten Offensiv-Aktionen verantwortlich. Die Mannschaft setzt dabei den klar strukturierten Plan des Trainers um: Aus einer kompakten Defensive, geduldig auf Fehler des Gegners warten, um dann schnell umschalten und selbst gefährlich werden zu können.

Die Qualifikation hat gezeigt, dass Paraguay so Großes leisten kann: Im letzten Jahr gab es unter anderem Siege gegen die Top-Teams aus Argentinien und Brasilien. Gerade diese Partien dienen als Beleg der Wettbewerbsfähigkeit dieser neu formierten Mannschaft aus Paraguay.

Realistische Einschätzung: Wie groß ist die Chance auf das Weiterkommen in Gruppe D?

Ohne Frage hat Paraguay in der aktuellen Form alle Chancen auf das Weiterkommen in der Gruppenphase der WM 2026. Gleichzeitig ist allerdings auch klar, dass ein solcher Erfolg alles andere als garantiert ist. Als Schlüsselfaktoren gelten die defensive Stabilität, die taktische Finesse von Trainer Gustavo Alfaro sowie die individuelle Form der eigenen Top-Stars um Unterschiedsspieler Miguel Almirón.

Gelingt ein guter Start ins Turnier, könnte die Euphorie im eigenen Land schnell zum Katalysator werden und die Mannschaft tragen. Die Qualifikation hat gezeigt, dass Paraguay an guten Tagen auch gegen große Teams bestehen kann. Schafft es das Team, den Schwung aus der Qualifikation mitzunehmen, ist eine Überraschung nicht ausgeschlossen.

Ausblick: Paraguays zukünftige Rolle auf der Weltbühne des Fußballs

Die Nationalmannschaft aus Paraguay zeichnet sich durch eine kompakte, defensiv stabile Spielweise aus und setzt dabei offensiv vor allem auch auf gefährliche Standards. Es ist eine Spielweise, die auf Wettbewerbe wie die Weltmeisterschaft ideal zugeschnitten scheint. Derart defensivstarke Teams haben es in der Vergangenheit immer wieder geschafft, bei großen Turnieren für Furore zu sorgen. Warum also sollte dies im kommenden Jahr nicht auch Paraguay gelingen?

Die baldige Rückkehr auf die wohl größte Bühne des Fußballs könnte der Mannschaft jede Menge Rückenwind verleihen und Erinnerungen an alte Erfolge wieder aufleben lassen. Paraguay ist zurück, und mit Erfolgstrainer Alfaro an der Seitenlinie scheint vieles möglich – gerade in dieser sehr ausgeglichenen Gruppe D. 

Ob am Ende wirklich das Weiterkommen in die K.o.-Phase möglich ist, ist heute schwer prognostizierbar. Doch eines ist bereits jetzt sicher: Die Albirroja wird alles daran setzen, Werbung in eigener Sache zu machen und eine ähnlich erfolgreiche WM zu spielen wie im Jahr 2010.

CC
CC
Werbung