Paraguay, ein Paradies für das organiserte Verbrechen

Asunción: Obwohl Paraguay gerne als wirtschaftsstabiles Paradies für Ausländer beworben wird, kann man auch nicht von der Hand weisen, dass viele staatliche Institutionen wegen der grassierenden Korruption kaum funktionieren, was gerne von kriminellen Gruppen ausgenutzt wird.

Die Kriminalität in dem Land ist dynamisch und der Staat hat kaum Kapazitäten, um darauf zu reagieren, sagt der Analyst Carlos Peris zu einer Zeit, in der die Kriminalitätsrate in Paraguay steigt.

In Paraguay ist alles perfekt für den Vormarsch des organisierten Verbrechens, vom Territorium bis zur institutionellen Schwäche, wie der Soziologe Carlos Peris, ein Spezialist auf diesem Gebiet, feststellt.

Der Global Organised Crime Index, der ein Instrument zur Messung des Ausmaßes der organisierten Kriminalität in den Ländern und zur Bewertung ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber kriminellen Aktivitäten entwickelt, hat einen Bericht vorgelegt, aus dem hervorgeht, dass die kriminellen Märkte in Paraguay stärker vertreten sind als im Jahr 2021 und dass sie stark mit politischen Akteuren mit Verbindungen zum Staat verbunden sind.

„Die Geographie Paraguays zeigt eine hohe Dynamik in Bezug auf das organisierte Verbrechen. Wenn der Index für Paraguay gestiegen ist, liegt das vor allem daran, dass die meisten Kriminellen dort zu finden sind. Paraguay ist ein Ort des Drogenhandels, des Waffenhandels, des Schmuggels, der Umweltkriminalität und des Menschenhandels”, stellt Peris in seiner Analyse fest.

Bericht über organisiertes Verbrechen schätzt, dass 200 Tonnen Kokain das Land durchqueren

Alles begünstigt die Entwicklung der Kriminalität, weshalb das Land zu einem Paradies für diese Organisationen geworden ist, so der Soziologe.

“Auch wenn die einen stärker sind als die anderen, hat sich dieses Gebiet als Paradies für kriminelle Gruppen erwiesen, die das Land als einen Ort mit illegalen Möglichkeiten sahen”, erklärt Peris.

Ein weiterer Grund für die Zunahme der Kriminalität in Paraguay sei die Schwäche des Staates, so der Spezialist, der auf die Komplizenschaft und Apathie der Behörden und Institutionen hinweist.

“Die Zunahme und die Komplexität des organisierten Verbrechens werden von einem Staat begleitet, der kaum in der Lage ist, darauf zu reagieren. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass das Legale Teil des Illegalen geworden ist. Ob aus Mitschuld oder Nachlässigkeit, die Behörden und Kontrollorgane neigten dazu, dieses Land als ein Land zu bevorzugen, das der organisierten Kriminalität im großen Stil förderlich ist”, betont er.

Paraguay steht an vierter Stelle der Weltkriminalität, da die Kräfte des organisierten Verbrechens stark an Boden gewonnen haben.

Paraguay gehört nicht zu den Ländern, die Korruption bekämpfen

“Paraguay steht an vierter Stelle in der Welt, was sich durch das Land oder die Räume erklärt, die von Kriminellen mit Zustimmung der legalen Institutionen gewonnen wurden”, sagt Peris.

Der Bericht des Global Organised Crime Index hebt vor allem die Verbindung zwischen staatlichen Tätern und diesen Organisationen hervor.

“Die kriminellen Märkte Paraguays werden in hohem Maße von Akteuren beeinflusst und gefördert, die Verbindungen zum Staat haben, angefangen von einfachen Sicherheitsbeamten bis hin zu Spitzenbeamten. Diese Akteure erleichtern nicht nur kriminelle Aktivitäten, sondern erschweren auch die Strafverfolgung krimineller und mafiöser Akteure. Die Korruption ist so tief in der Gesellschaft verwurzelt, dass sie eine Konstante ist, unabhängig von der Regierung, und es ist üblich, dass Polizei- und Staatsbeamte Bestechungsgelder verlangen. Darüber hinaus spielt die illegale Wirtschaft eine zentrale Rolle für die politischen Parteien des Landes, und viele reiche Schmuggler und Drogenhändler finanzieren diese mit ihren Gewinnen”, heißt es in dem Bericht. Fragt man Regierungsmitglieder werden diese Verbindungen gerne kleingeredet oder verschwiegen.

Der Bericht schätzt außerdem, dass jedes Jahr rund 200 Tonnen Kokain durch das Land geschmuggelt werden.

Ministerin Carolina Llanes, erste Vizepräsidentin des Obersten Gerichtshofs und Leiterin des Technischen Büros für Strafsachen, stellte ihrerseits die Karte der Auftragskiller in Paraguay 2018-2022 vor, die mit Unterstützung des Instituts für vergleichende Studien in Straf- und Sozialwissenschaften (Inecip) erstellt wurde und in der sie die Entwicklung der Fälle von Auftragskillern im Land aufführt. Im Jahr 2018 wurden 63 Fälle registriert, im Jahr 2019 etwa 119 Fälle, im Jahr 2020 etwa 78 Fälle, im Jahr 2021 123 Fälle und im Jahr 2022 95 Auftragsdelikte.

Insgesamt gab es in dieser Zeitspanne 478 Fälle von Auftragsmorden im Land. Die gewalttätigsten Departements sind Amambay, Alto Paraná und Central.

Wochenblatt / Última Hora

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2 Kommentare zu “Paraguay, ein Paradies für das organiserte Verbrechen

  1. Armes Paraguay! Das Land und seine Menschen werden von zwei Seiten angegriffen und in die Zange genommen:
    Zum Einen sind da die hoch-korrupten Politiker und ihre zahlreichen Spießgeselllen, die den Staat immer mehr unterwanderen und aussaugen wie die Blutegel.
    Zum Anderen sind in zunehmendem Maße gut organisierte Mafia-Banden unterwegs die entweder mit den oben genannten “Blutegeln” Hand in Hand gut zusammen arbeiten, oder das Heft des Handelns selbst in die Hand nehmen.
    Kein Wunder, wenn in Paraguay soooo viel von außen kommend investiert wird, muß doch das ergaunerte Schwarzgeld irgendwo und irgendwie investiert werden. Oder warum entstehen immer mehr Bürohochhäuser in ASU bei gleichzeitig hohem Leerstand?

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