Paraguayische Wirtschaft wächst schwächer

Das wirtschaftliche Szenario hat sich in nur zwei Jahren entschieden verändert, das Wachstum hat sich verringert und die Preise sind gestiegen, gibt die Zentralbank (BCP) bekannt. Zum Wochenbeginn stufte die Bank ihre Prognosen für das laufende Jahr von 4,5 auf 4 Prozent herunter und näherte sich damit Schätzungen unabhängiger Wirtschaftsinstitute an.

Der letzte Wert für die Inflation lag im Mai bei 1,5% nur für diesen Monat. Paraguay ist noch weit entfernt von den Schwierigkeiten mit denen sich Brasilien und Argentinien konfrontiert sehen, kann aber nicht länger unbeeindruckt von der Situation der Nachbarländer seinen Wachstumskurs fortsetzen. Analysten halten durchaus eine weitere Verringerung des Wachstums in 2015 für möglich, dennoch bleibt Paraguay die zweitschnell wachsende Wirtschaft in Lateinamerika.

Hauptsächlich die Sektoren Handel, Landwirtschaft und Energieproduktion gaben nach und sind für die Berichtigung des Ausblicks verantwortlich. Die Zentralbank holt monatlich die Meinung von mehr als 30 Analysten als Basis für ihre Schätzung ein. So geht „Casa de Bolsa“ schon seit längerem von 4% aus, während „Desarrollo en Democracia“ (Dende) 3,8% bis 4% ansetzte, deutlich pessimistischer ist Pricewaterhouse Coopers (PwC), die nur 2,7% für möglich halten.

Gründe für die Abschwächung der Wirtschaft liegen in der schon erwähnt schwierigen Lage der Nachbarn, dem Preisverfall auf dem Rohstoffmarkt und einem starken US-Dollar. Darüber hinaus gingen viele Analysten davon aus, die Gelder, die Paraguay am internationalen Kapitalmarkt aufgenommen hat um in Infrastrukturmaßnahmen zu investieren würden für eine Belebung der Wirtschaft sorgen. Allerdings ist es für das Ministerium für öffentliche Bauten (MOPC) nicht möglich, eine Flut von Projekten gleichzeitig umzusetzen, sodass die Mittel noch großteils bei der Zentralbank geparkt sind.

Getragen wird die Wirtschaft momentan hauptsächlich von der Viehzucht, der Fleischindustrie, der öffentlichen, noch mehr von der privaten Bauwirtschaft und dem Bereich Dienstleistungen, ohne das sich diese Reihenfolge im Steueraufkommen niederschlägt, wo zum Beispiel die Bauwirtschaft fast keinen Beitrag leistet.

Im Vergleich mit der ersten Schätzung der BCP für das laufende Jahr sank die Erwartung für den Landwirtschaftsbereich um 0,3%, bei der Schätzung für die Energiewirtschaft um 5% und beim Handel dämpfte sich der Optimismus um 2%. Auf der anderen Seite erwartet man für die Bauwirtschaft, die zu 85% aus privaten Konstruktionen besteht, satte 11% Zuwachs und für den Fleischmarkt 6%, dank der guten Preise, die zur Zeit in Europa gezahlt werden.

Aktuell geht die BCP von einem Bruttosozialprodukt in Höhe von knapp über 30 Milliarden USD für 2015 aus.

Quelle: 5 Días

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