Asunción: Im Herzen der Hauptstadt von Paraguay verblasst die städtische Hektik und macht Platz für eine sanfte Brise in den Bäumen und das Zischen einer Küche voller Geschichten. Hier verwandelt der ecuadorianische Chefkoch Geovanni Guillén als Herzstück von Sabores del Pacífico jedes Gericht in ein einzigartiges Erlebnis.
Die Küche rief ihn schon in jungen Jahren, als er seiner Mutter half, tausende hausgemachte Snacks für den Verkauf zuzubereiten. Zwischen Teig, Füllungen und langen Arbeitstagen lernte er nicht nur Rezepte, sondern auch Werte, die heute als Teil seiner Familientradition weiterleben. Inzwischen arbeitet sein ältester Sohn an seiner Seite und führt die Geschichte mit neuen Zutaten fort.
Nach fast zwanzig Jahren kulinarischer Ausbildung im ecuadorianischen Guayaquil und Berufserfahrung in einem peruanischen Restaurant kam Geovanni 2018 nach Paraguay. Er war von der ecuadorianischen Botschaft eingeladen worden, die kulinarische Kultur seines Landes auf offiziellen paraguayischen Messen zu repräsentieren. Seine Mission: ein Stück Ecuador an den paraguayischen Gaumen zu bringen.
Die Kraft harter Arbeit ohne Grenzen
Während des Pandemie-Lockdowns im Jahr 2020 wurde Sabores del Pacífico als kleines Unternehmen gegründet. Die Mahlzeiten wurden per Lieferung oder Abholung unter strengen Gesundheitsprotokollen angeboten. Doch die Aromen eroberten das lokale Publikum so schnell, dass das Restaurant bereits ein Jahr später seine Türen für die Öffentlichkeit öffnete.
„Wir beschränken uns nicht auf die Küche nur eines Landes, wir lieben das Essen vieler Kulturen. Daher stammt auch der Name Sabores del Pacífico (Aromen des Pazifiks)“, erklärt der Küchenchef.
Reisen ohne Flugticket
Dank seiner Fusionsküche lädt Sabores del Pacífico die Gäste ein, zu reisen, ohne in ein Flugzeug zu steigen. Das Erlebnis weckt nicht nur das Interesse an der paraguayischen Kultur, sondern hebt auch das reiche kulinarische Erbe Ecuadors und Perus hervor.
Zu den beliebtesten Gerichten gehören die vierzehn verschiedenen Ceviche-Variationen des Hauses sowie Zubereitungen mit Oktopus oder Rotflossenthunfisch. Die Empfehlungen des Chefs umfassen Fisch- und Garnelen-Encocado, Surubí in Meeresfrüchtesauce sowie Brataal mit Moro und Linsen. Als Dessert sind der Apfelstrudel mit Eis und der klassische Suspiro Limeño besonders beliebt.
Einmal im Monat veranstaltet das Restaurant die mit Spannung erwartete “Cena Maridaje“ – ein Wein-Dinner mit einem speziellen Menü aus Vorspeise, Hauptgang und Dessert, begleitet von ausgewählten Weinen und Live-Musik. Zudem gibt es wöchentlich ein Drei-Gänge-Menü inklusive einem Glas Wein. Im Sinne der Qualität verwendet das Restaurant ausschließlich frische Zutaten und verzichtet vollständig auf Konserven.
Mehr als ein Restaurant – eine Familie
„Am meisten genieße ich an der Arbeit hier, meiner Kreativität in der Küche freien Lauf zu lassen. Aber noch mehr bedeutet es mir zu sehen, wie aus Kunden Freunde werden. Sabores del Pacífico ist nicht nur ein Restaurant, es ist eine Familie“, teilt der Chef noch abschließend mit.
Wochenblatt / Asunción Times















