Asunción: Die Geschichte von Tupi ist kein Ergebnis von Glück, sondern von strategischer Weitsicht. Seit den Anfängen im Jahr 1996 als kleiner Elektroladen bis zur Eröffnung des 26.000 m² großen physisch-digitalen Marketplace hat das Unternehmen seine Expansion immer an einem vorausschauenden Verständnis des Konsumentenverhaltens ausgerichtet.
Der digitale Wendepunkt
Bereits 2006, als E-Commerce in Paraguay noch in den Kinderschuhen steckte, investierte Tupi in eine eigene Website. Diese frühe Wette zahlte sich aus: Kunden begannen, über die Marke Tupi auch Produkte wie Parfüms oder Schuhe zu kaufen, die nichts mit dem ursprünglichen Kernsegment (Elektrogeräte) zu tun hatten. Das Vertrauen in die Marke wuchs über das Sortiment hinaus.
Die Geburtsstunde des Marketplace
Am 23. Dezember 2025 wurde der neue Tupi Marketplace eingeweiht. Mit einer Investition von 50 Millionen US-Dollar bietet der Komplex auf fünf Ebenen (2.200 m² pro Etage) ein Ökosystem aus Marken, Dienstleistungen und Technologie.
Ein zentrales Feature sind die “unendlichen Gänge“: Großformatige Bildschirme auf den Verkaufsflächen ermöglichen es Kunden, das gesamte Online-Sortiment zu erkunden, zu finanzieren und zu kaufen – eine nahtlose Verbindung von physischem und digitalem Handel.
Logistik und Professionalisierung
Das Geschäftsmodell ist modern: Marken mieten keine Läden, sondern Tupi vermarktet deren Produkte direkt. Das Herzstück der Effizienz ist das Logistikzentrum, das mit AutoStore-Technologie arbeitet und Produkte in weniger als zwei Minuten bereitstellen kann. Damit bietet Tupi einen entscheidenden Vorteil gegenüber globalen Riesen wie Amazon: Sofortige Verfügbarkeit und Abholung vor Ort.
Heute beschäftigt Tupi mehr als 1.000 Mitarbeiter direkt und wird von einem professionellen Direktorium geführt. Was mit einer Handvoll Angestellten begann, ist heute einer der größten Arbeitgeber des Sektors. Für Tupi ist dieser Marketplace nicht das Ziel, sondern das Sprungbrett für eine noch ambitioniertere Zukunft des paraguayischen Einzelhandels.
Wochenblatt / Forbes Paraguay















