Asunción: Die nächste Hiobsbotschaft für den Geldbeutel: Die großen privaten Tankstellenbetreiber im Land haben gestern erneut an der Preisschraube gedreht und den Dieselpreis drastisch nach oben angepasst. Während die Bürger sehenden Auges in die Teuerungswelle rennen, schaut der staatliche Konkurrent Petropar noch unentschlossen zu und droht unter dem Ansturm der genervten Autofahrer zusammenzubrechen.
Wer gestern Morgen seine Runde an den Tankstellen von Asunción drehte, konnte sein blaues Wunder erleben. Die Tankstellenriesen wie Shell, Copetrol und Co. machten ernst und preschten mit satten Preiserhöhungen vor. Zwischen 500 und 615 Guaraníes schlagen die Konzerne pro Liter Diesel drauf – es ist bereits die sechste Preiserhöhung im laufenden Jahr 2026!
Damit kostet der normale Diesel (Tipo III) bei den Privaten mittlerweile saftige 9.490 Guaraníes pro Liter, während der Premium-Kraftstoff sogar die Marke von fast 11.500 Guaraníes knackt. Internationale Krisen und Kriege im Nahen Osten hin oder her – für den Autofahrer und die Wirtschaft in Paraguay bedeutet das vor allem eins: Der Transport von Lebensmitteln, die Logistik und der tägliche Weg zur Arbeit werden gnadenlos teurer. Die Zeche zahlt am Ende wie immer der kleine Bürger.
Petropar unter Dauerstrom: Alle wollen den billigen Sprit
Und was macht der staatliche Ölgigant Petropar? Während die Konkurrenz längst erhöht hat, zögert die Staatsfirma noch und prüft, ob man die Preise „noch ein bisschen strecken“ kann. Das Resultat: Ein absoluter Ansturm auf die Petropar-Zapfsäulen! Kilometerlange Schlangen von Autofahrern, die panisch versuchen, noch ein paar Guaraníes zu sparen, bevor auch der Staat die Reißleine zieht.
Der staatliche Chef William Wilka jammert zwar über explodierende Weltmarktpreise und eine klaffende Lücke von über 1.100 Guaraníes pro Liter, doch die Tankstellen-Flucht der Kunden bringt das staatliche System an den Rand des Kollaps.Ob der Staat das am heutigen Dienstag noch durchhält oder den bitteren Preisschock nur hinauszögert, ist angesichts der leeren Bestände mehr als fraglich. Klar ist nur: Der Tanklaster wird in Paraguay zum ultimativen Luxusgut!
Wochenblatt / Abc Color














