Asunción: Mehr als 50 % der Paraguayer glauben, dass sie bald Opfer eines Verbrechens werden. Ein Kriminologe hebt zudem den Anstieg von Diebstählen in der Hauptstadt von Paraguay hervor.
Der Kriminologe Juan Martens erklärte, dass Paraguay laut nationalen Umfragen zur Viktimisierung zum ängstlichsten Land Lateinamerikas geworden ist. Der Spezialist wies darauf hin, dass die Wahrnehmung von Unsicherheit den Alltag der Bürger massiv beeinträchtigt, obwohl die Mordraten in den letzten zwei Jahrzehnten gesunken sind.
Martens betonte: „Wenn wir die Komplexität der Kriminalität analysieren, müssen wir zwischen den tatsächlich begangenen Taten, den angezeigten Delikten, Raubüberfällen und Gewaltverbrechen unterscheiden. Heute sind wir das Land mit der größten Angst in ganz Lateinamerika.“
Mehr als die Hälfte der paraguayischen Bevölkerung geht davon aus, in den nächsten Monaten Opfer einer Straftat zu werden. Dieses Gefühl schränkt tägliche Aktivitäten ein – etwa die Kinder zur Schule zu schicken oder das Haus zu verlassen.
Der Experte hob hervor, dass offizielle Daten einen Anstieg der Diebstahlsfälle in Asunción belegen. „Bei Diebstählen verzeichneten wir einen Anstieg von 7.000 auf 8.200 Fälle in den Jahren 2024 und 2025 – das sind offizielle Zahlen der Staatsanwaltschaft“, stellte er fest. Er warnte davor, dass Statistiken oft für politische Zwecke instrumentalisiert werden, obwohl der einfache Diebstahl das Delikt ist, welches die Bürger im Alltag am stärksten trifft.
Bezüglich der Tötungsdelikte erinnerte er daran, dass Paraguay seine Raten in den letzten Jahren deutlich senken konnte. „Vor zwanzig Jahren hatten wir eine Mordrate von 25 pro 100.000 Einwohner, heute liegt sie bei 6 pro 100.000“, gab er an. Der Kriminologe räumte abschließend ein, dass es für diesen Rückgang noch keine klare wissenschaftliche Erklärung gebe: „Wir töten uns in Paraguay seltener gegenseitig, aber wir wissen bisher nicht, warum.“
Wochenblatt / Radio Monumental














