Asunción: Der paraguayische Gastronomiesektor schließt das Jahr 2025 mit einer uneinheitlichen Bilanz ab. Für 2026 liegen die Herausforderungen darin, die Formalisierung voranzutreiben, die landesweite Reichweite auszubauen und sich an preisbewusstere Konsumenten anzupassen. Dies erklärte Oliver Gayet, Präsident des Restaurantverbandes von Paraguay (Arpy).
Gayet gab an, dass das Ziel darin bestehe, dass die formelle Anmeldung von Betrieben keine Exklusivität der Hauptstadt Asunción bleibe, sondern auf das gesamte Staatsgebiet ausgeweitet werde. Er warnte jedoch davor, dass die hohe Last an regulatorischen Anforderungen es vielen Unternehmen erschwere, innerhalb des formellen Systems zu agieren, trotz des entsprechenden Willens. In diesem Sinne hoffe man auf eine Flexibilisierung der Anforderungen im gesetzlichen Rahmen, um die Legalisierung des Sektors zu erleichtern.
Zur wirtschaftlichen Leistung räumte der Vorsitzende der Arpy ein, dass 2025 für einen Großteil der traditionellen Restaurants ein wechselhaftes Jahr war. Während einige neue Lokale oder moderne Konzepte gute Ergebnisse erzielen konnten, hielten etablierte Betriebe ihr Niveau zwar, verzeichneten jedoch kein Wachstum.
Das Segment, das eine deutliche Expansion zeigte, war das Fast-Food-Segment. Restaurants für Burger, Lomitos, Pizzerien, Taquerías und Brathähnchen verzeichneten im Jahresverlauf ein geschätztes Wachstum zwischen 30 % und 35 %. Gayet erklärte dies primär mit einer Änderung der Konsumgewohnheiten: Viele Menschen besuchten aufgrund der Preise weniger gehobene Restaurants und entschieden sich stattdessen für preiswertere Optionen.
Mit Blick auf 2026 prognostiziert der Sektor weiteres Wachstum, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen. Zu den Erwartungen gehören eine Zunahme an Veranstaltungen sowie ein steigendes Interesse des lokalen und ausländischen Publikums an der nationalen Gastronomie. Hierbei betonte der Verbandsvertreter, dass die paraguayische Küche bereits gefestigt sei, es jedoch noch an Bekanntheit fehle, damit Besucher des Landes sich verstärkt trauen, traditionelle Gerichte zu probieren.
Abschließend stellte der Arpy-Präsident fest, dass Gastronomiebetriebe in Einkaufszentren einen höheren Zulauf haben als eigenständige Lokale. Dies liege vor allem an der Konzentration des Publikums bei Sportevents und Freizeitaktivitäten in diesen Räumen, was deren kommerzielle Attraktivität stärke.
Wochenblatt / La Nación / Beitragsbild Archiv















