Asunción: Der jüngste Konflikt im Nahen Osten hat zwar zu einer leichten Unruhe beim US-Dollar auf globaler Ebene geführt, doch handle es sich dabei nicht um einen anhaltenden Trend zur Stärkung der US-Währung. Dies erklärte der Wirtschaftsanalyst Stan Canova, der betonte, dass derzeit mehrere Faktoren eher auf eine Schwächung des Dollars im internationalen Szenario hindeuten.
Einer der wichtigsten Indikatoren für die Analyse der Entwicklung ist der sogenannte Dollar-Index (DXY). Dieser misst den Wert des Dollars gegenüber einem Korb aus sechs Währungen entwickelter Volkswirtschaften: Euro, Britisches Pfund, Japanischer Yen, Kanadischer Dollar, Schweizer Franken und Schwedische Krone.
Laut Canova zeigt dieser Index bereits seit letztem Jahr einen Abwärtstrend. „Der Dollar-Index ist ein reales Thermometer für das Verhalten des Dollars in der Welt. Bereits seit April oder Mai letzten Jahres begann er zu fallen, und das hat sich auf verschiedene Regionen übertragen, einschließlich Lateinamerika“, erklärte er.
Ein punktueller Schock, kein Trend
Er wies darauf hin, dass im gleichen Zeitraum mehrere Währungen der Region gegenüber dem Dollar an Stärke gewannen, im Einklang mit dem globalen Trend. Der jüngste Anstieg in einigen Märkten sei eher als ein “Schock“ im Zusammenhang mit den aktuellen geopolitischen Spannungen zu verstehen.
„Es gab einen kleinen Schock aufgrund der aktuellen Ereignisse, aber es ist kein Aufwärtstrend. Es ist eher eine punktuelle Bewegung“, so Canova.
Einfluss der US-Geldpolitik
Ein weiterer Faktor ist die Geldpolitik der Vereinigten Staaten. Laut dem Analysten befindet sich die Federal Reserve (FED) in einem Kontext niedrigerer Zinssätze, was die Attraktivität der Währung verringert. Canova erwähnte zudem, dass der neue Präsident der US-Zentralbank sein Amt im Mai antreten werde, mit der Ausrichtung, den Prozess der Zinssenkungen fortzusetzen. „Bei niedrigeren Zinsen ist es schwierig, in diesem Jahr an einen stärkeren Dollar zu denken,“ erklärte er.
Ölpreis und Gold als Fluchthafen
Im Gegensatz dazu warnte er, dass der Ölmarkt eine andere Dynamik zeige. Der Rohölpreis verzeichnete in den letzten Wochen einen deutlichen Anstieg, was zu Inflationsdruck und Preisanpassungen in verschiedenen Ländern führen könnte.
Ein weiterer relevanter Wandel im internationalen Finanzsystem ist der Bedeutungsverlust des Dollars als primärer sicherer Hafen. Laut dem Analysten haben Großinvestoren seit letztem Jahr begonnen, Teile ihrer Positionen in Gold umzuschichten. „Als der Dollar-Index zu sinken begann, fing der Goldpreis an zu steigen. Viele große Unternehmen und Fonds haben begonnen, Dollar-Positionen in Gold-Positionen als Wertaufbewahrungsmittel umzuwandeln“, erklärte er abschließend.
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