Vare‘a off

Eine sicherlich eigenartiger Name für ein Restaurant, der sich aus den Sprachen Guarani und Englisch zusammensetzt. Rosmary Bohnert und ihr Lebensgefährte David Rolon Cardone betreiben gemeinsam ein Restaurant im Departement Guairá.

Vare’a kommt aus dem Guarani und heißt “Hunger“, off bedeutet aus, also sinngemäß “keinen Hunger mehr haben“ wenn man das Restaurant verlässt. 2013 entstand die Idee ein Lokal zu eröffnen, bei dem der Schwerpunkt auf Pizzas gelegt wurde. In Melgarejo fanden die Inhaber ein geeignetes Objekt zur Miete.

„Kuchen backen und Torten kreieren war schon immer meine Leidenschaft, in der näheren Umgebung gab es jedoch keine Pizzeria, also setzten wir hier einen Schwerpunkt und begannen mit der Vermarktung“, sagte Rosmary Bohnert.

Sie wuchs in Cristo Rey auf, ein Barrio nahe der Schule San Bonifacio bei der Kolonie Independencia, mit ihrem Lebensgefährten ist sie seit vier Jahren zusammen, der aus Asunción stammt. Gemeinsam haben sie eine dreijährige Tochter.

„Schon am Anfang der Restauranteröffnung gab es eine große Auswahl an Pizzen aber auch weiterer Speisen und Getränke, die Zubereitung erfolgte aber noch auf herkömmlicher Art, im Gas- oder Elektroherd“, erklärte Bohnert. Das Lokal sei gut gelaufen, aber die Miet- und Nebenkosten wurden immer höher, also folgte die Schließung. „Ich widmete mich dann der Herstellung von Tiefkühlpizzen, Lasagne und weiterer Produkte, die in angrenzenden Supermärkten verkauft wurden, die Nachfrage war und ist beständig hoch, also musste ein neuer Ort gefunden werden“, sagte Bohnert.

Ein Deutscher, in der Nähe von der Schule San Bonifacio ging nach Deutschland zurück und bot einen Teil des Anwesens zur Vermietung an, nach einer einjährigen Pause eröffnete das Paar eine neue Lokalität auf dessen Grundstück, im Jahr 2015. „Wir wollten die Zubereitung verfeinern und verbessern, also bauten wir einen Tatakua, der Holzofenpizzas in kurzer Zeit in besserer Qualität liefern kann“, sagte sie.

Der Tatakua gibt den Speisen einen anderen Geschmack und einen Hauch von Nostalgie, er eignet sich für vielerlei Gerichte. Der Ofen wird aus Ziegeln kuppelartig gemauert und kann große Hitze speichern, er wird mit Holz beheizt. In der Regel gibt es ein Abzugsrohr, damit der Rauch entweichen kann. Das Gewicht kann zwischen 250 und 1.000 Kilogramm, je nach Größe, betragen, der Durchmesser hat zwischen 70 cm und einem Meter. Bekannt sind diese Öfen vor allem für die Chipa Herstellung.

„Edgar Baumann, deutscher Abstammung und Speerwerfer für Paraguay, bei den Olympischen Sommerspielen in Atlanta vertreten, stand uns mit Rat und Tat bei dem Bau des Tatakuas und deren Handhabung zur Seite, wir sind ihm für seine Hilfe sehr dankbar“, sagte Bohnert. Sie fügte an, mittlerweile beinhalte die Speisekarte mehr als 20 Pizzavariationen, dazu auch noch Hamburger, Torten, Kuchen und weitere Gerichte. Die meisten Zutaten für die Produkte stammen von regionalen Erzeugern. „Alle Gerichte werden frisch zubereitet, die Zeitersparnis durch den Tatakua ist enorm, drei bis vier Minuten im Ofen, dann kann der Gast essen“, erklärte Bohnert.

Rolon Cordone kümmert sich vorwiegend um die Zubereitung des Feuerholzes und das Einheizen des Tatakuas sowie administrative Angelegenheiten, wie zum Beispiel den Lieferservice von Pizzas in der näheren Umgebung.

Die Preise bei den Pizzen bewegen sich 35.000 und 40.000 Guaranies und sind, wegen ihrer Größe, für einen normalen Esser schwer zu schaffen, denn es sind acht Portionen, für zwei Leute vollkommen sättigend. Es kann auch eine Pizza aus zwei Sorten bestellt werden, Cafe kostet 3.000 Guaranies und die ein Liter Flasche Brahma 12.000 Gs, es gibt auch Erdinger Weißbier.

Nebenbei betreiben beide Pächter auch noch eine Geflügelzucht mit 5.000 Hühnern, die an die Kooperative Carlos Pfannl geliefert werden, Frau Bohnert unterrichtet an der Schule San Bonifacio Deutsch in der “Primavera“, seit über 18 Jahren.

Das Lokal ist von Donnerstag bis Samstag ab 18:00 Uhr geöffnet, Sonntag schon ab 11:00 Uhr, jeweils bis 23:00 Uhr, Sonntag bis 22:00 Uhr, man ist aber auch flexibel, je nachdem wann die letzten Gäste gehen wollen. Außerhalb der angegebenen Zeiten kann das Restaurant ab 10 Personen für Feierlichkeiten, jedoch in Form einer geschlossenen Gesellschaft, jederzeit, nach Absprache, gemietet werden. Die Supermarktproduktion der Tiefkühlprodukte läuft weiterhin, angeboten werden sie unter anderem im Almacen 50 in der Kolonie Independencia oder Super 13 in Melgarejo sowie in verschiedenen Supermärkten Villarricas.

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