Verheirateter Richter adoptiert Kind und sorgt für Aufsehen ​

Capitán Bado: Der Richter aus Capitán Bado, Cristian Sánchez, bestätigte, dass er zusammen mit seinem Ehemann, dem brasilianischen Staatsbürger Tom Serra, ein Kind adoptiert hat, und zwar in einem Verfahren, das in Brasilien und gemäß den dortigen Gesetzen durchgeführt wurde.

Er gab an, dass die Adoption vor mehr als zwei Jahren begann, dass seine Ehe in Brasilien anerkannt ist und stellte klar, dass das Kind die brasilianische Staatsangehörigkeit besitzt und mit seinem Ehemann im Nachbarland lebt.

Der Richter erklärte, dass die paraguayische Justiz in diesem Fall nicht eingreifen könne, da die Adoption außerhalb des Landes stattgefunden habe und das Kind nicht in Paraguay wohne. Er fügte hinzu, dass er seine Aufgaben in Capitán Bado wahrnehme und an den Wochenenden nach Brasilien reise, um seinen Sohn zu sehen, nachdem er seine Arbeit beendet habe.

Der Fall sorgt für Diskussionen, da es sich um eine in unserem Land bisher beispiellose Situation handelt.

Die paraguayische Gesetzgebung erkennt Adoptionen, die im Ausland von gleichgeschlechtlichen Paaren vorgenommen wurden, nicht an. Eine im Ausland vorgenommene Adoption kann zwar zur Eintragung beantragt werden, diese Validierung erfolgt jedoch nicht automatisch und kann abgelehnt werden, da sie gegen die Verfassung und die Rechtsordnung verstößt.

Die Kontroverse entstand nach einer Veröffentlichung von Amambay News, die den Fall als „Skandal” bezeichnete und den Richter und seinen Ehemann beschuldigte, einen Minderjährigen bloßgestellt zu haben, eine unrechtmäßige Adoption vorgenommen zu haben und eine rechtlich ungültige Ehe eingegangen zu sein.

Sánchez reagierte scharf und beschuldigte das Medium, ihren Sohn zu diskriminierenden Zwecken bloßgestellt, ihr Privatleben verletzt und seine Ehre als Richter verletzt zu haben.

Sie behauptete, Opfer politischer Verfolgung zu sein, und kündigte rechtliche Schritte in Brasilien an, um das Kind zu schützen und die Verantwortlichen für die Veröffentlichungen zivil- und strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen.

Wochenblatt / Extra

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