Warum Kochsalzlösung so wichtig ist

Asunción: Kochsalzlösung – klingt einfach, ist aber für viele Menschen in Not lebensnotwendig. Ob bei Operationen, Infusionen oder der Behandlung von Dehydrierung, sterile Kochsalzlösung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der medizinischen Versorgung. Doch nicht immer ist ausreichend davon vorhanden, vor allem in Peru fehlt sie.

Paraguay hat eine bedeutende Spende von 250.000 Fläschchen Kochsalzlösung an Peru abgeschlossen. Damit reagiert das Land auf eine kritische Gesundheitssituation, die durch die Schließung des wichtigsten Pharmaunternehmens, das für die Herstellung dieses Produkts in dem Andenstaat verantwortlich ist, ausgelöst wurde. Die Maßnahme wurde vom peruanischen Außenministerium bestätigt, das seine Dankbarkeit für die Geste der Solidarität seitens der paraguayischen Regierung unter Präsident Santiago Peña zum Ausdruck brachte.

Die erste Lieferung, bestehend aus 16.000 Fläschchen mit 0,9-prozentiger Kochsalzlösung, traf an Bord eines Flugzeugs der peruanischen Luftwaffe (FAP) aus Asunción in Lima ein. Der Rest der Lieferung wird voraussichtlich in den nächsten Tagen auf dem Landweg eintreffen.

Die Lieferung wurde vom peruanischen Gesundheitsminister César Vásquez überwacht, der die Hilfe als Schlüssel zur Stärkung des Notfallplans seiner Regierung begrüßte, der einen Mangel an medizinischen Produkten in den Krankenhäusern und Gesundheitszentren des Landes verhindern soll.

„Diese Spende ist unerlässlich, um die kontinuierliche Versorgung unserer Einrichtungen mit Kochsalzlösung zu gewährleisten. Wir ergreifen außergewöhnliche Maßnahmen, um sicherzustellen, dass es an dieser Grundversorgung nicht mangelt“, sagte Vásquez. Er gab außerdem bekannt, dass ein Notstandsdekret erlassen wurde, das den internationalen Kauf des Produkts erlaubt, bis sich die Situation vor Ort wieder normalisiert.

Das peruanische Gesundheitsministerium dankte der Bevölkerung und Regierung Paraguays offiziell für ihre rasche Reaktion auf den Notfall. „Diese Geste der Solidarität spiegelt die brüderlichen Bande zwischen unseren Ländern wider und stärkt unsere Fähigkeit, auf Gesundheitskrisen zu reagieren“, fügte der Minister hinzu.

Der Hintergrund dieses Notfalls geht auf Ende März zurück, als die peruanischen Gesundheitsbehörden die Lizenz des Medifarma-Labors vorübergehend entzogen hatte, nachdem sie es mit dem Tod von drei Menschen und Komplikationen bei mindestens einem Dutzend weiterer in Verbindung gebracht hatten, die auf die Verwendung einer angeblich kontaminierten Kochsalzlösung zurückzuführen waren. Zusätzlich zum Lizenzentzug wurde bei der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige eingereicht, um den Fall zu untersuchen.

Wochenblatt / adn digital

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