Asunción: Mein heutiger Kommentar trägt den Titel: Die Rückkehr der Geister. Wie wir alle wissen, hat die politische Repräsentation in Paraguay in den letzten Jahren einen regelrechten Verfall erlebt.
Was mit der Ankunft der Demokratie als positive Hoffnung begann, hat sich zunehmend zu einer Auswahl der Schlechtesten entwickelt – natürlich oft begünstigt durch bessere Finanzierung oder durch finstere Pläne, Personen zu positionieren, um sie später aus dem Hintergrund der Macht wie Marionetten zu steuern.
Dies hat sich in unserer jüngsten Legislaturperiode noch verschärft, begleitet von aufeinanderfolgenden Skandalen: Der Fall des inhaftierten Galeano, die Amtsenthebung von Rivas, aber auch schon davor die Wahl von “Mbururú“ oder der Aufstieg von Yamil Esgaib, Javier Vera und Konsorten in verschiedenen Parteien und Bewegungen. Und aus rein demografischen Gründen natürlich mit noch größerer Dynamik innerhalb der Regierungspartei.
Das Schlimmste aber ist, dass wir nichts aus den Lektionen lernen. Es gibt keinerlei Garantie dafür, dass nicht noch mehr Narco-Abgeordnete und Narco-Senatoren an die Macht kommen. Es gibt keine Garantie dafür, dass wir aufhören, mit pompösen, auffälligen, aber inhaltlich völlig hohlen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu spielen – genau jenen, die sich von der wahren Macht im Hintergrund am leichtesten lenken lassen.
All dies deutet darauf hin, dass wir bei den nächsten Kommunalwahlen im ganzen Land – und ich spreche hier nicht nur von der Hauptstadt – mit hoher Wahrscheinlichkeit Personen wählen werden, deren Wahl wir später bereuen. Und das nicht einmal nur, weil sie mehr oder weniger ineffizient sein könnten, sondern weil sie schlichtweg keine Chance haben, in diesem Amt von Nutzen zu sein – außer um sich selbst zu bereichern, etwas Geld nebenbei zu verdienen und vor allem den Befehlen derer zu gehorchen, die hinter der dunklen Macht stehen und versuchen, alle Fäden dieses Landes in den drei Staatsgewalten und bis hin zu den kleinsten verbleibenden Ressourcen zu ziehen.
Wir machen unsere Hausaufgaben nicht. Heute sagte uns Senator Nakayama, dass bei dem aktuellen Kurs noch mehr Personen mit Verbindungen zur Narco-Politik in unseren Kongress einziehen werden.
Wenn wir jetzt nicht das Ruder herumreißen, wird sich die Lage weiter zuspitzen. Und dieser Verfall der politischen Repräsentation führt uns letztendlich zu einer gefährlichen Sehnsucht zurück: Der alten Nostalgie nach jenen Diktaturen, die scheinbar geordneter wirkten.
Gott stehe uns bei.
Wochenblatt / Megacadena Mario Ferreiro















