Asunción:Experten warnen vor der wirtschaftlichen Ausbeutung von Menschen im dritten Lebensalter und fordern dazu auf, solche Taten anzuzeigen, um weitere Opfer zu verhindern.
Der finanzielle Missbrauch von älteren Menschen hat sich in Paraguay zu einer immer häufigeren und schwer zu erkennenden Problematik entwickelt. In vielen Fällen nutzen Kinder, nahe Verwandte oder sogar Nachbarn die Schutzbedürftigkeit der Senioren aus, um sich deren persönliche Dokumente, Bankkarten oder Renten anzueignen. Dadurch schränken sie deren Autonomie ein und beeinträchtigen direkt ihre Lebensqualität.
Diese Form der wirtschaftlichen Gewalt tarnen die Täter oft als Hilfe oder Pflege. Letztendlich entziehen sie den Opfern jedoch die Kontrolle über ihre eigenen Mittel und lassen sie ohne die Möglichkeit zurück, grundlegende Bedürfnisse wie Nahrung, Medikamente oder Kleidung zu decken.
Experten warnen, dass das paraguayische Strafgesetzbuch trotz des Bestehens von Gesetzen zur häuslichen Gewalt und zum Schutz bestimmter Rechte keinen spezifischen Straftatbestand zur Ahndung von Vermögens- oder Wirtschaftsdelikten gegen ältere Menschen vorsieht. Diese Situation erschwert die Ermittlung und Strafverfolgung der Verantwortlichen.
Angesichts dieses Szenarios wird die Bevölkerung eindringlich dazu aufgerufen, nicht zu schweigen und jeden Verdacht auf einen missbräuchlichen Umgang mit dem Vermögen einer älteren Person zu melden. Die Behörden erinnern daran, dass Missbrauch und Vernachlässigung ein Problem der öffentlichen Gesundheit darstellen, das das Engagement der gesamten Gesellschaft erfordert, um die Würde und die Rechte dieses Bevölkerungsteils zu schützen.
Wochenblatt / Mas Encarnación















