Zwischen Angst und Hoffnung: Ein Venezolaner bedankt sich bei Paraguay mit Arbeit und Tradition

Asunción: Eliel Elias kam 2017 aus Venezuela nach Paraguay – mit leichtem Gepäck, aber einem Herzen voller Mut. Am Anfang hatte er nichts; er arbeitete in jedem Job, der sich anbot, und tat alles, um nicht zu hungern. Doch wie er selbst sagt: „Oft konnte ich nicht verhindern, dass mein Magen knurrte, und viele Nächte schlief ich dort, wo mich die Dunkelheit einholte.“

Obwohl er studierter Journalist ist, hatte er in seinem Heimatland nie die Chance, in diesem Beruf zu arbeiten. Auch in Paraguay beklagte er sich nicht, biss die Zähne zusammen und kämpfte weiter.

Mit großer Anstrengung gelang es ihm, 400.000 Guaranies zu sparen. Er entschied sich, auf das zu setzen, was er konnte und was er vermisste: Das Essen seiner Heimat. So begann er, kleine Arepas an der Ampel an der Kreuzung der Avenidas Cacique Lambaré und Fernando de la Mora zu verkaufen.

Aller Anfang war schwer, doch der Geschmack sprach für sich. Nach und nach verliebten sich die Paraguayer in das venezolanische Aroma und in Elias Geschichte.

Heute hat Eliel keinen festen Verkaufsstand mehr. Er hat den Spieß umgedreht und bereist nun das ganze Land, um den venezolanischen Geschmack zu verbreiten. Acht Departements hat er bereits voller Stolz besucht und betont: „Ich bringe meine Arepas auf die Straßen und in die Städte“.

Was ihn am meisten bewegt und stolz macht: „Ich gebe acht Paraguayern Arbeit. Ich kann ihnen den täglichen Mindestlohn zahlen – mit Respekt und Würde, als Dank für die Herzlichkeit der Menschen hier, die oft das Wenige, das sie hatten, mit mir geteilt haben.“

Vor drei Monaten konnte er endlich seine Frau und seine drei Kinder nachholen und die “sehnsüchtig erwartete Umarmung“ empfangen.

Mit seinem Verdienst unterstützt er auch seine Familie, die noch in Venezuela lebt, indem er Geld für Lebensmittel und Medikamente schickt – besonders jetzt, da die Lage dort sehr angespannt ist.

„Ich habe mit meinem Vater und meinen Geschwistern gesprochen und ihnen Geld für Essen und Wasser geschickt. Sie haben Angst und haben sich zu Hause eingeschlossen. Die Situation ist sehr angespannt, und meine Gefühle sind eine Mischung aus Angst und Freude“, erzählt er.

Von fünf Geschwistern leben vier noch in Venezuela. Elias hat mittlerweile einen festen Wohnsitz in Paraguay und einen klaren Traum: Eines Tages in sein Land zurückzukehren und dort paraguayisches Essen anzubieten – als Dankeschön für die Gastfreundschaft, die er erfahren hat.

„Meine Arepas in Paraguay sind der Eintopf meiner Leute in Venezuela. Sobald sich die Dinge in meiner Heimat, die ich sehr vermisse, normalisieren, werde ich zurückkehren und einen Stand mit ausschließlich paraguayischem Essen eröffnen, besonders Vori-Vori und Chipa Guasu“, sagt er abschließend.

Wochenblatt / Cronica

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