„Ko’e Pyahú“ – Realität trifft auf Traumdenken in San Pedro

General Resquin: Seit einigen Tagen schon sind 150 Polizisten im unermüdlichen Einsatz und zerstören in der Provinz San Pedro alle Marihuana Anpflanzungen die sie finden, Luftunterstützung ist glücklicherweise vorhanden.

Als entmutigend beschreibt der aktuelle Bürgermeister der Stadt, Eugenio Rodas, die Situation. „Die einzige Stützsäule der lokalen Wirtschaft wird nun von den Polizisten zerstört, jetzt werden die Marihuana Bauern noch ärmer und geben sich kriminellen Akten hin, um ihr Portemonnaie zu füllen“, sagt der Kommunalchef.

Der eben erst ins Amt gehobene Liberale scheint weiterhin auf Stimmenfang zu sein oder er will nur seine Haut retten, nachdem ihm die Verantwortung für diese Megaoperation nachgesagt wurde. Er sprach über die ehrlichen Bauern, die jetzt von den Beamten gejagt werden, von deren Frauen, die in ihren Schlafräumen von Polizisten gestört wurden auf der Suche nach Drogen sowie den Familienvätern und von der Abwesenheit der staatlichen Institutionen, welche eine andere Beschäftigung quasi ausschließen.

Trotzdem kann es nicht sein das dieser Distrikt von Komplizen regiert wird. Der Bürgermeister wusste ja wohl zuvor von den „fleißigen Bauern“ in seiner Gemeinde. Rund 30.000 Menschen gehen dieser illegalen Tätigkeit nach und ein ausgereiftes Transportnetzwerk sorgt dafür, dass diese Mengen ihren Weg nach Brasilien finden.

Sollte so ein Bürgermeister nicht lieber seinen Stuhl räumen, aus Befangenheit und wegen fehlendem Unrechtsbewusstsein?

Bevor die Operation „Ko’e Pyahú“ begann, war den planenden Institutionen klar, auf was sie sich einlassen bzw. was das Resultat der Säuberungsaktion sein wird. Natürlich muss der Staat präsenter sein in dieser Provinz, natürlich muss er versuchen mehr Arbeitsplätze zu schaffen und natürlich müssen Unterstützungsprogramme im Agrarsektor angeboten werden, um die Situation zu lindern.

Doch Drogenanbau in San Pedro als ehrliche Arbeit zu betiteln zwingt sich einem als Traumdenken auf und nicht als Realität. Anscheinend denkt der Bürgermeister dieses (sein) Modell nicht weiter… In Asunción werden Menschen wegen Drogenbesitz verhaftet und bestraft und in der Provinz San Pedro kann man mit 20 Tonnen der Droge an Polizisten vorbeifahren, und man wird freundlich gegrüßt. Nicht ohne Grund wurden vor Beginn der Aktion 50 Beamte aus verschiedenen Kommissariaten ausgetauscht. Es bestanden Verdachte, dass diese Uniformierten auf Belieben des Gouverneurs sowie einigen Bürgermeister handeln.

Wochenblatt

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