81 Jahre nach Kriegsende: Die Beweise für Hitlers Tod und die Wahrheit über Nazi-Flüchtlinge in Paraguay

Asunción: Es sind nun 81 Jahre seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vergangen, doch die Fragen nach dem tatsächlichen Schicksal des Hauptverantwortlichen des Konflikts, Adolf Hitler, reißen nicht ab.

In dieser Ausgabe von “Mythos oder Realität“ analysiert der Forscher und Autor Claudio Velázquez die Hypothese, wonach der Nazi-Führer aus Deutschland fliehen konnte und nach Paraguay gelangte.

Ende April 1945 war es menschlich unmöglich, aus Berlin zu entkommen, da die deutsche Hauptstadt zu Lande und in der Luft von den Sowjets eingekesselt war. Nach allem, was wir über Hitler wissen, ist es sehr wahrscheinlich, dass er nicht das geringste Risiko eingegangen wäre, seinen kommunistischen Gegnern in die Hände zu fallen und der Welt als Kriegstrophäe präsentiert zu werden.

Bis 1990 war der Verbleib seiner sterblichen Überreste nicht mit Sicherheit geklärt, was das Mysterium nährte. Erst nach der Auflösung der Sowjetunion (UdSSR) erhielt man Zugang zu Archiven und veröffentlichte Informationen, die bis dahin streng vertraulich waren.

Die sowjetische Rolle beim Mythos

Interessanterweise waren die Sowjets selbst die ersten Vorreiter des Mythos einer Flucht nach Südamerika. Diese Version wurde vom bolschewistischen Regime gezielt verbreitet, um die Besetzung Berlins angesichts einer latenten Nazi-Bedrohung durch einen flüchtigen Hitler zu legitimieren. Als US-Präsident Harry Truman Joseph Stalin auf der Potsdamer Konferenz fragte, ob Hitler tot sei, antwortete der sowjetische Führer mit “Nein“. Dies war jedoch eine Lüge, da Hitlers Überreste bereits am 4. Mai 1945 gefunden worden waren.

Die Verbrennung und Identifizierung

Artur Axmann, Leiter der Hitlerjugend, berichtet, Hitler und seine Frau Eva Braun nach ihrem Selbstmord tot aufgefunden zu haben. Die Leichen wurden nach draußen gebracht, mit Benzin übergossen und verbrannt.

Schon kurz nach dem Fund unterzogen die Sowjets die Überreste verschiedenen Studien. Die Zahnreihen waren fast unversehrt. Kathe Heusermann, die Assistentin von Hitlers Zahnarzt Hugo Blaschke, bestätigte damals: „Das sind die Zähne von Adolf Hitler.“ Sie und Blaschke kannten Hitlers Gebiss aufgrund häufiger Behandlungen wegen Karies genau; zudem lagen Röntgenaufnahmen vor.

Im Jahr 2017 bestätigte eine Studie französischer Forscher erneut, dass ein Schädelfragment mit einem Einschussloch auf der linken Seite mit Hitlers Röntgenbildern von 1944 übereinstimmt.

Zuflucht in Paraguay?

Paraguay war in der Tat ein Ziel für mehrere hochrangige Nazi-Größen und SS-Offiziere, die versuchten, Justizverfahren zu entgehen. Es ist bestätigt, dass sich Josef Mengele und Eduard Roschmann auf paraguayischem Territorium aufhielten. Diese flohen jedoch bereits vor Kriegsende aus Deutschland.

Bei Hitler ist dies anders: Berichte belegen, dass er bis zum letzten Moment an der Front war. Die akribische Arbeit des Historikers Hugh Trevor-Roper in “Die letzten Tage von Hitler“ bestätigt jeden Aspekt dieser Zeit und schließt Mutmaßungen über Doppelgänger aus.

Auch die Geschichte, dass Martin Bormann, Hitlers rechte Hand, nach Paraguay kam und in Itá beerdigt wurde, ist widerlegt. 1998 wurde die Identität seiner 1972 in Berlin gefundenen Überreste durch einen DNA-Test zweifelsfrei bestätigt. Skeptiker behaupten zwar bis heute, Bormanns Überreste seien aus Paraguay nach Berlin gebracht worden, um dort “gefunden“ zu werden, doch dafür gibt es keine Beweise.

Fazit: Es gibt zu viele Beweise dafür, dass Hitler den von ihm entfesselten Krieg nicht überlebte und am 30. April 1945 verstarb. Die zahlreichen Berichte von Personen, die ihn angeblich in verschiedenen Bereichen Südamerikas gesehen haben wollen, sind wohl das Ergebnis von Verwechslungen mit anderen Nazi-Größen oder bewusste Täuschungen für ein Publikum, das empfänglich für Verschwörungstheorien ist.

Wochenblatt / La Nación

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