In Zeiten in denen alles digitaler wird, wird es auch immer einfacher Dinge zu kopieren, zu fälschen und zu Nutzen die einem eigentlich gar nicht gehören und für die man eigentlich gar keine Rechte besitzt. So passiert es immer wieder und meist auch täglich werden solche Urheberrechtsverstöße gesehen und einfach hingenommen. Gerade im Bereich kreativität ist das aber eigentlich ein Graus den man nicht akzeptieren sollte. Das schreiben eines Artikels wie diesem hier kostet einen Menschen in der Regel ein gewisses Fachwissen, ein wenig kreativität und sicherlich auch gut 45 Minuten Arbeit. Dann muss dieser Artikel noch korrigiert werden und auch mit Bildern versehen, evtl. aufbereitet werden für ein entsprechendes Layout. Sprich hier sind ein Autor/ein Redakteur und vermutlich auch ein Webdesigner 2 Stunden insgesamt beschäftigt. Das markieres des Textes, ein rechtsklick auf kopieren und dann wieder irgendwo anders einfügen dauert 5 Sekunden im Bestfall und schon ist die Arbeit kopiert, die sich andere gemacht haben.
Ein Künstler, der ein Bild malt, ein 3D Objekt designt oder ein Video macht, investiert meist noch wesentlich mehr Zeit und auch das ist innerhalb weniger Sekunden kopiert. Natürlich kann man dann Urheberrechtlich dagegen vorgehen, allerdings meist nur mit mäßigem Erfolg. Aus diesem Grund lassen es die meisten gleich ganz, denn es würde nicht viel bringen, das Internet ist groß und das Internet vergisst nicht, das haben wir alle sicherlich schon tausende Male gehört.
Gerade aber Künstler die viel Zeit und Arbeit mit einem Kunstwerk verbracht haben und dieses dann verkaufen partizipieren meist nur wenig am Wert ihrer Arbeit. Nehmen wir z.B. einmal an, ein 3D Artist erschafft eine Figur für ein Videospiel und verkauft diese an einen Kunden, der dann alle Rechte daran bekommt. Diese Figur wird dann den Bekanntheitsgrad eines Super Mario erlangen und zum absoluten Hit. Der Künstler selbst hat dann nichts mehr davon. Jedoch hätte er mit einem nft profit machen können und das sogar dauerhaft.
Ein NFT stellt eine digitale Besitzurkunde dar und belegt den eigentlichen rechtlichen Anspruch an den Dingen die im NFT Zertifikat angegeben sind. Verkauft der Künstler seinen neuen Super Mario also als NFT und legt darin fest welche Rechte der NFT Besitzer hat, in diesem Falle also alle, so verdient derjenige zwar nicht mit wenn es um Spiele und Merchandise geht, wird aber die Figur weiter veräußert, weil sie z.B. einem anderen Entwicklerstudio zur verfügung gestellt werden muss, oder die Lizenzen verkauft werden, so kann der Künstler eine vorher, von ihm festgelegt Marge bekommen. Das ist bereits in den Gebühren für den NFT Handel festgelegt und kann nicht nachverhandelt werden.
Wird also die Figur, die vielleicht auf einem Marktplatz wie Fivver für 150€ erstellt wurde, nun ihren Besitzer wechseln damit eine neue Firma Geld mit der figur machen kann, so würde auch der Künstler, der die Figur erstellt hat, einen gewissen Anteil bekommen. Im Falle von Super Mario z.B. dessen Franchise auf ca. 35 Milliarden Euro geschätzt wird, kann man sich leicht ausrechnen was ein Besitzerwechsel mit 3% Gebühren bringen würde.
NFT können also vor allem für Künstler ein Segen sein, denn so sind sie nicht mehr Teil einer Maschinerie die sie ausbeutet. Doch NFT können eigentlich noch deutlich mehr, denn als digitales Besitz Zertifikat sind sie in der Lage den eindeutigen Besitz zu belegen. Damit können Fälschungen und Kopien, Missbrauch und Plagiate leichter gefiltert werden. Gerade anhand des vorgeschlagenen EU Rechtes zur Einführung von Upload Filtern könnte hier genüge getan sein, denn eine öffentliche Blockchain nach einem Besitzzertifikat zu durchsuchen sollte kein Problem sein, wenn ein Inhalt automatisch erkannt wurde der einem Lizenzrecht mittels NFT unterliegt. Diese Sache ist sicherlich noch nicht in der EU angekommen und auch der Gedankengang mag recht neu sein, allerdings als Teil der schaffenden Gemeinschaft können wir das eigentlich nur befürworten, wenn es sich in einem vernünftigen Rahmen abspielt. Somit wäre es durchaus möglich auch automatisierte Systeme einzuführen, die digitale Inhalte schützen, selbst wenn ein solcher Service nur extern angeboten werden würde, der dann entsprechend das Internet nach missbräuchlicher Nutzung durchsucht und entsprechend automatisiert an- bzw. abmahnt.
Die große Gefahr dabei besteht allerdings auch im Bereich des Missbrauchs des Abmahnrechts, denn es ist nicht anzunehmen das alle Menschen diese Besitzt Zertifikate nur nutzen werden um auf legaler und normaler Basis ein eigentumsrecht zu sichern. Die kritische Seite der Medaille kommt dann zum Vorschein wenn Abmahnanwälte sich plötzlich NFT´s von häufig genutzten Profilbildern kaufen oder erstellen, nur um dann im Anschluss die Nutzer zur Kasse zu bitten. Hier ist also äußerste Vorsicht geboten, wenn man die Vorteile von NFTs in den Himmel loben möchte.










