Indigene fordern illegal besetztes Stammesland von Deutschem zurück

Pozo Colorado: Die indigene Gemeinschaft der Sawhoyamaxa, zugehörig zur Stammesgruppe der Enxet, besetzte erneut ihre Ländereien, von denen sie vor mehr als 20 Jahren vertrieben wurden, um danach am Straßenrand zu leben. Der deutscher Viehzüchter Heribert Rödel (62) besetzt diese trotz Gerichtsurteil illegal, die Regierungen machen sich zu Komplizen.

Auf der Verbindungsstraße von Pozo Colorado und Concepción auf Höhe von Kilometer 370 befindet sich das alte Stammesland. Seit mehr als 23 Jahren haben die Indigenen alle juristischen, administrativen, nationalen und internationalen Instanzen durchlaufen mit dem Ergebnis, dass der interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte urteilte, dass der Staat den Ureinwohnern sein Stammesland zurückgeben muss. Passiert ist seit dem jedoch nichts.

„Wir machen damit erneut auf uns aufmerksam, damit jemand sich für unser Wohl interessiert und wir eines Tages die Ländereien wiederbekommen“, drückt das Kommuniqué aus.

Der deutsche Viehzüchter wird demnach von der Regierung seit mindestens sieben Jahren beschützt und die Rechte der Indigenen „vom Straßenrand“ werden mit den Füßen getreten.

Wo früher ihre Eltern gelebt haben stehen nun Kühe, trotz Urteil, trotz dem Recht, was ihnen verwehrt bleibt.

Den Stammesgruppen der Sawhoyamaxa und der Yakye Axa erhalten von Amnestie International Unterstützung, um bald wieder auf ihre Landerein in Große von 11.600 ha. Zurückkehren zu dürfen.

Der Mainzer Jurist und Viehzüchter besitzt in der Zone rund 60.000 ha. Land.

(Wochenblatt / Carlos Marecos)

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8 Kommentare zu “Indigene fordern illegal besetztes Stammesland von Deutschem zurück

  1. Kopfschüttler

    Interessant wäre zu erfahren wie der Herr Rödel überhaupt in den Besitz des Landes gekommen ist.
    Und dann stellt sich natürlich die Frage,
    warum schützen die Regierungen ihn ?
    Normalerweise werdem Ausländer in Paraguay
    ja NICHT besonders geschüzt !

    1. Hier ein Link, der Licht ins Dunkel bringt: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14353841.html

  2. Vielen Dank für diesen interessanten Link!
    Es klingt unfassbar! Dennoch weiß ich, dass dieser Herr bei Weitem nicht der Einzige war…

  3. Wenn das der Wahrheit entspricht, dann kann man sich für solche Landsleute nur noch schämen.

    Gruß mit einem „Frühlingsbild“ vom Steinhuder Meer bei Hannover. http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/03/21/fruhlingsbilder-auf-der-suche-danach-am-steinhuder-meer-am-21-3-2013/

  4. wenn ich den Artikel des Spiegel richtig interpretiere, dann gehört das Land nicht einmal Rödel. Er hat es, wenn überhaupt, mit dem Geld seiner Investoren bezahlt. Denen müßte er das Geld zurück geben. Der, der ihm das Land (illegal) verkauft hat, muß das Geld erstatten. Sollte es der paraguayische Staat gewesen sein, so hat er das Geld zu zahlen. In jedem Falle müssen die Indigenen ihr Land zurück bekommen, denn es gibt kein Recht im Unrecht. Wenn das Land zu Unrecht verkauft wurde, kann der Verkauf niemals Recht werden und somit das Eigentumsrecht des Landes auf einen neuen Eigentümer übergegangen sein. Da hat Rödel (und seine Investoren) ein zweites mal Pech gehabt. Ich hoffe sehr, daß sich die dt. Botschaft hier nicht zu Gunsten von Rödel einsetzt, denn das würde ein schlechtes Licht auf alle Deutschen werfen.

    1. Kopfschüttler

      Der deutsche Staat und dessen Politiker sind auch keinen Deut besser wie alle anderen auch .
      Für ihren eigenen Vorteil sind die zu jeder Schweinerei bereit !

      Ich bin froh Deutschland verlassen zu haben.