Asunción: Die Psychologin Jazmín Segovia warnte vor den Auswirkungen, die künstliche Intelligenz auf die Trauerprozesse von Menschen hat. Sie wies darauf hin, dass “zum Jahresanfang normalerweise eine erhöhte Sensibilität für den Verlust geliebter Menschen besteht. Aktuell gibt es eine Strömung – noch nicht sehr sichtbar, aber vorhanden –, bei der Menschen KI nutzen, um Erinnerungen mit ihren Verstorbenen neu zu erschaffen.“
Einige Menschen greifen laut Segovia auf technologische Werkzeuge zurück, um Stimmen zu klonen oder Bilder von Verstorbenen zu generieren. „Der Einsatz von KI zur Rekonstruktion von Wesen, die nicht mehr da sind, hat oft negative Auswirkungen, weil die Betroffenen die einzelnen Phasen der Trauer nicht durchlaufen“, erklärte sie.
Die Spezialistin räumte ein, dass diese Praktiken in bestimmten Fällen Vorteile bieten können, etwa um einen symbolischen Abschied zu ermöglichen, sie bergen jedoch auch Risiken. „Die Person kann ihren Trauerprozess nicht abschließen oder findet gar nicht erst hinein. Wenn die Anwendung dann nicht mehr funktioniert, durchlebt die Person erneut eine kleine Trauerphase“, warnte sie.
Zudem erwähnte sie, dass diese digitalen Rekonstruktionen zu psychischen Problemen führen können. „Die Auswirkungen sind massiv, da sie den Trauerprozess beeinträchtigen und andere Probleme wie verstärkte Angstzustände und Depressionen hervorrufen“, so Segovia.
Abschließend warf sie ethische Fragen zur Nutzung der Daten von Verstorbenen auf. Sie empfiehlt, Trauerprozesse grundsätzlich durch spezialisierte Fachkräfte begleiten zu lassen.
Wochenblatt / Radio Monumental















