Asunción: Der Journalist Carlos Benítez, Direktor des Mediums El Observador, berichtete, wie er nach der Veröffentlichung von Recherchen über die sogenannte “Mafia de los Pagarés“ (Schuldschein-Mafia) Schikanen und Drohungen ausgesetzt war. „Sie agierten zuerst über Fake-Profile und begannen, die Veröffentlichungen systematisch infrage zu stellen“, erzählte er.
Benítez erklärte, dass sich die Angriffe mit der Zeit intensivierten. „Unter allen Veröffentlichungen von El Observador, sogar im Radio, tauchten Kommentare auf. Später folgten persönliche Angriffe; es wurden Videos aufgenommen und man lud uns sogar angeblich zur Teilnahme an Orgien ein“, gab er an.
Er erinnerte sich an eine Nachricht, die ihn besonders vor der Ernsthaftigkeit der Lage warnte. „Als mein Haus gerade renoviert wurde, hieß es in einer Nachricht: ’Wir haben einen sicheren Ort für dich.‘ Das traf mich hart, und ich begann, Kontakt zum Innenministerium aufzunehmen“, bestätigte er.
Benítez gab an, zusammen mit seiner Kollegin Perla Silguero eine formelle Anzeige bei der Staatsanwältin Ruth Ortiz erstattet zu haben. „Die Sache eskalierte immer weiter. Wir haben die Anzeige konkretisiert, aber nach dem Attentat verschwanden die Fake-Profile plötzlich vollkommen“, sagte er.
Schließlich betonte er, dass die Drohungen ihn nicht von seiner journalistischen Arbeit abgehalten haben. „Wir wissen: Wenn diese Art von Kritik kommt, dann ist man auf dem richtigen Weg. Das hat uns motiviert und angespornt, diesen Weg weiterzugehen“, schloss Benítez ab.
Wochenblatt / Radio Monumental















