Die UNO auf der Intensivstation: Euclides Acevedo analysiert das Scheitern der alten Weltordnung

Asunción: Der ehemalige Außenminister Euclides Acevedo warnte davor, dass die “alte Weltordnung“ in der Krise steckt und die Entstehung einer “Neuen Weltordnung“ Herausforderungen mit sich bringt, die Paraguay nicht ignorieren darf.

Während seiner Teilnahme an der Sendung “Así son las cosas“ (auf Radio Universo 970 und Canal GEN-Nación Media) betonte Acevedo die Notwendigkeit, Außenpolitik und internationale Abkommen mit Aufmerksamkeit und Respekt vor der nationalen Souveränität zu debattieren.

„Ich weiß nicht, ob die alte Ordnung tot ist, aber dass sie auf der Intensivstation liegt, ist offensichtlich. Wenn man die Nachrichten liest, merkt man, dass die UNO, abgesehen von ihren Erklärungen, nicht den geringsten Einfluss auf die humanitäre Bewältigung der weltweiten Konflikte hat“, erklärte der Ex-Minister.

Acevedo kritisierte den Mangel an Einheit innerhalb des Mercosur und warnte, dass die Differenzen zwischen Paraguay, Argentinien, Brasilien und Uruguay die Wirtschaft und die nationale Produktion beeinträchtigen könnten. „Paraguay und Argentinien verfolgen eine aggressive, sehr dynamische Politik, während Brasilien und Uruguay in die entgegengesetzte Richtung tendieren, was letztlich die Stärke des Integrationsorgans schwächt“, erläuterte er.

Der Politiker lenkte die Aufmerksamkeit zudem auf den Streit um Grönland und die strategischen Veränderungen in der Arktis. Laut Acevedo markieren diese eine geopolitische Neuordnung, die mit der historischen Konferenz von Jalta vergleichbar sei, diesmal jedoch zwischen China, Russland und den USA. „Das Schmelzen des Arktiseises schafft neue internationale Seeverbindungen und wird zu einem strategischen Element aus geopolitischer Sicht“, so Acevedo.

Darüber hinaus hob er hervor, wie wichtig es sei, internationale Abkommen oder Verträge im Parlament zu diskutieren, “da die Außenpolitik in direktem Bezug zu unserer Souveränität steht. Sie muss auf nationaler Ebene mit qualifizierten Führungskräften diskutiert werden, die einer souveränistischen Ideologie verpflichtet sind, damit kein Vertrag eine Art symbolische Annexion an imperiale Interessen bedeutet.“

Acevedo schloss mit der Feststellung, dass die globalen Veränderungen direkte und indirekte Auswirkungen auf Paraguay haben werden und dass sowohl die politische Führung als auch die Bürger aufmerksam auf diese internationalen Entwicklungen achten müssen, um die Interessen des Landes zu schützen.

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