Exekutive drängt auf rasche Verabschiedung des EU-Abkommens zur Investitionsförderung

Asunción: Die Regierung hat den Ratifizierungsprozess für das Abkommen zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union eingeleitet. Ziel ist es, den Zugang zu internationalen Märkten zu erweitern und Investitionen in Sektoren mit hoher Wertschöpfung anzuziehen. Die Ankündigung erfolgte während eines Treffens zwischen Regierungsvertretern und Repräsentanten des Privatsektors unter der Leitung von Präsident Santiago Peña, Industrieminister Javier Giménez, Außenminister Rubén Ramírez und der EU-Botschafterin Katja Afheldt.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde das offizielle Dokument des Abkommens an Senator Colym Soroka, den Vorsitzenden des Ständigen Ausschusses des Nationalkongresses, übergeben.

Peña betonte, dass der Pakt nicht nur die Türen zu einem der weltweit größten Märkte öffne, sondern auch dazu diene, qualitativ hochwertigeres Kapital anzuziehen und Paraguays internationale Präsenz als regionales Produktions- und Logistikzentrum zu stärken.

Industrieminister Giménez unterstrich die Schlüsselrolle des Privatsektors bei der Umsetzung des Vertrages, die zu höheren Investitionen, Produktionskapazitäten, Technologieadaption und Exportsteigerungen führen müsse. Er gab an, dass der Staat für Planungssicherheit sorgen, die logistische Infrastruktur verbessern und den Produktionssektor unterstützen werde, um Paraguay in ein Industrie- und Technologiezentrum zu verwandeln.

Der Minister präsentierte Zahlen zur aktuellen Lage: Die kumulierten Investitionen der EU in Paraguay belaufen sich auf rund 2,5 Milliarden USD – mit erheblichem Ausbaupotenzial. Die paraguayischen Exporte in den europäischen Block liegen bei jährlich etwa 350 Millionen USD, wobei Produkte wie Chia, Rindfleisch, Biodiesel, Leder, Soja, Holzkohle, Ethanol und Holz dominieren. Giménez räumte eine defizitäre Handelsbilanz ein und betonte die Notwendigkeit eines Ausgleichs durch eine gezielte Strategie zur Kapitalakquise. Schwerpunkte liegen dabei auf Wertschöpfung, Integration in globale Ketten, Innovation, Humankapital und der Einbindung von KMU.

Botschafterin Afheldt lobte die paraguayische Führungsrolle in dieser Phase und wies darauf hin, dass die eigentliche Herausforderung in der Umsetzung liege. Sie kündigte an, dass die Europäische Kommission 1,8 Milliarden Euro bereitstellen wird, um die Mercosur-Länder beim Anpassungsprozess zu unterstützen.

Der Außenminister erklärte, dass die Marktöffnung schrittweise erfolgen werde: Die EU wird 93 % ihrer Importe innerhalb von bis zu 10 Jahren liberalisieren, während der Mercosur dies für europäische Produkte innerhalb von bis zu 15 Jahren umsetzen wird.

Eingeschränkter Austausch und offene Fragen laut CIP

Der Präsident des paraguayischen Importeurverbandes (Centro de Importadores del Paraguay – CIP), Iván Dumot, bezeichnete das Treffen als „interessant und informativ“, hob jedoch den protokollarischen Charakter und die Kürze des Austauschs mit den Teilnehmern hervor.

In einer Stellungnahme bedauerte Dumot, dass der Teil für Fragen und Antworten „sehr knapp“ ausgefallen sei. Zwar hätten sich die Vertreter der Exekutive für künftige Anfragen bereit erklärt, das Format habe jedoch keine direkte Interaktion zugelassen. Der Verbandsvertreter betonte, dass der Fokus auf Formalitäten lag, wie der Übergabe des Dokuments an den Senat, was eine tiefergehende Debatte einschränkte.

Wochenblatt / Última Hora

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