Asunción: Kaffee, auf Türkisch “Kahve“, ist eine alte und wichtige Tradition in der Kultur der Türkei. Einen Kaffee oder Tee zu trinken, steht für Gastfreundschaft, Geselligkeit und Freizeit, hat aber auch eine besondere Bedeutung bei kulturellen Bräuchen wie Verlobungen.
Bevor ein Gespräch beginnt, wird Zeit mit dem Trinken von Kaffee oder Tee verbracht. Und jetzt können Sie genau das hier in Asunción tun, im OttomanoCafé.
Was türkischen Kaffee so besonders macht
Der Kaffee aus der Türkei ist nicht mit einem Americano oder Espresso vergleichbar. Die Art der Zubereitung ist völlig anders. Zuerst werden sehr kräftige Arabica-Bohnen fein gemahlen. Danach wird die gleiche Menge Zucker und Wasser hinzugefügt. Zur Zubereitung wird eine “Cezve“ verwendet, ein kleines türkisches Kännchen. Dieses wird über Feuer erhitzt. Langsam erwärmt sich der Kaffee, wird aber kurz vor dem Siedepunkt vom Feuer genommen.
Er wird in kleinen Tassen serviert, wobei der Kaffeesatz in der Tasse bleibt. Da der Geschmack sehr kräftig sein kann, wird der Kaffee immer mit einem kleinen Glas Wasser gereicht. Durch das besondere Aroma und die traditionelle Zubereitung hat er einen einzigartigen Geschmack.
Dieser ist so einzigartig, dass die traditionelle Art der Zubereitung und des Trinkens im Jahr 2013 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde.
Die Zukunft aus dem Kaffeesatz lesen
Eine weitere alte Tradition ist die “Tasseografie“, das Wahrsagen aus dem Kaffeesatz. Ein Weg, die Zukunft durch das Lesen der Rückstände in der Tasse vorherzusagen.
Wie funktioniert das?
Nach dem Austrinken dreht man die Tasse in seine Richtung um und stellt sie kopfüber auf die Untertasse. Der Kaffeesatz bildet Zeichen und Formen, die von einem “Kaffeesatzleser“ gedeutet werden können.
Das OttomanoCafé in Asunción
Sind Sie neugierig geworden? Die gute Nachricht: Sie müssen nicht bis in die Türkei reisen, um diesen traditionellen Kaffee in einem “Kahvehane“ (was man hier in Paraguay als Cafeteria kennt) zu probieren. Das OttomanoCafé im Viertel Villa Morra ist der einzige Ort seiner Art. Es wurde vor sechs Monaten eröffnet und ist für Kaffeeliebhaber in Asunción ein Erlebnis auf einem ganz neuen Level. Die Besitzer sind zwei Brüder, die zuvor ein Geschäft für türkische Kronleuchter, Teppiche und Porzellan-Accessoires führten. Sie schlossen dieses Geschäft, um das Kahvehane zu eröffnen.
Wenn man die Cafeteria betritt, fühlt man sich wie in der Türkei. Alles stammt von dort: Wunderschöne Kronleuchter, spezielle Kännchen und türkische Musik lassen einen vergessen, dass man in Paraguay ist. Das Café bietet Platz für etwa 30 Personen, zudem gibt es Außenplätze. Abends wird der Kaffee oft draußen an einem traditionellen Kaffeewagen zubereitet.
Einer der Brüder erklärt: „Ich konnte kein türkisches Café in Paraguay finden – es gab so etwas eigentlich in ganz Südamerika nicht. Also wollte ich echten türkischen Kaffee für ganz Südamerika produzieren, hergestellt in Paraguay, aber originalgetreu.“ Er lebt seit 10 Jahren in Paraguay und schätzt das Land, weil es sicher und entspannt ist.
Warum der Name “OttomanoCafé“?
Der Name ist gut gewählt. Kaffee wurde im 14. Jahrhundert in Äthiopien entdeckt, zur Zeit des Osmanischen Reiches. Äthiopien war damals Teil dieses mächtigen Reiches. Die Preise sind mit 20.000 bis 25.000 Guaranies pro Tasse absolut erschwinglich. Wer Fan wird, kann die Bohnen auch für zu Hause kaufen. Für Neugierige ist nachmittags oft eine Person anwesend, die den Kaffeesatz liest; alternativ hilft der Gastgeber mit einer speziellen App (KAAVE) weiter.
Große Pläne für die Zukunft
Neben Kaffee gibt es auch traditionellen Tee in den typischen Teegläsern sowie hausgemachte Süßigkeiten wie Baklava oder Lokum für nur 5.000 Guaranies. Die Brüder haben große Pläne: Im Dezember eröffnen sie eine Fabrik, um originalen türkischen Kaffee, Tee, Delikatessen und Pralinen für ganz Südamerika zu produzieren. Spezielle Maschinen werden dafür direkt aus der Türkei importiert. Mit einem Lächeln sagt einer der Brüder: „Der Unterschied zwischen uns und anderen Menschen ist, dass wir für die Arbeit leben und andere arbeiten, um zu leben.“
Wochenblatt / Asunción Times















