Frauen am Steuer: Idalina Peralta bricht Rollenbilder im öffentlichen Nahverkehr

Asunción: „Es gibt kaum eine Arbeit, die eine Frau nicht machen kann; in kurzer Zeit wird es ganz normal sein, uns Frauen am Steuer der Busse zu sehen“, sagt Idalina Peralta. Während einer Pause auf ihrer Route sprach sie über ihre Erfahrungen mit dem neuen Transportdienst, von dem sie hofft, dass er sich “weiter verbessert“.

„Den Leuten gefällt das Fahrzeug, es ist sehr schön“, beginnt Peralta, die Pionierin unter den Busfahrerinnen des Landes. „Ich fahre nun schon seit neun Jahren verschiedene Busse, viele Leute kennen mich bereits“, fügt sie hinzu. Derzeit bedient sie die Strecke auf der Avenida Eusebio Ayala zwischen Asunción und San Lorenzo, doch bis Ende Januar soll eine weitere Linie auf der Avenida Mariscal López hinzukommen.

Sie arbeitete zuvor bei der Linie 12, wo sie die erste Frau am Steuer eines Elektrobusses war. Als sie das Angebot erhielt, Teil der Flotte von Arapoty zu werden, zögerte sie nicht.

Ein Fahrgefühl wie im Pkw

„Der Bus ist groß, aber wenn man es mag und sich daran gewöhnt hat, macht es richtig Spaß. Man setzt sich ans Steuer und spürt das Gewicht kaum, es ist ein Vergnügen zu fahren“, verrät sie. Trotz der Größe sei der Komfort enorm: Bequeme Sitze, gute Spiegel und Kameras, die andere Busse nicht haben. Besonders die Seitenkamera beim Abbiegen helfe, tote Winkel zu vermeiden und Unfälle mit Rad- oder Motorradfahrern zu verhindern.

„Es ist ein toller Bus, außerdem verschmutzt er die Umwelt nicht. Ich hoffe, dass sich unser Nahverkehr weiter verbessert, denn ich liebe diesen Job und möchte, dass er jeden Tag besser wird,“ fügte Peralta an.

Frauen am Steuer

„Es ist eine gute Sache, dass Frauen als Fahrerinnen eingestellt werden“, betont sie. Aktuell gibt es vier Frauen, die für die Elektrobusse ausgebildet sind. Peralta absolvierte dafür ein spezielles Training des Verkehrsministeriums.

Obwohl sie ihren Job liebt, sei die größte Herausforderung der Verkehr in Paraguay: „Die Leute achten nicht auf Blinker, schneiden einen oder laufen einfach über die Straße. Man muss ständig wachsam sein.“ Auch die starken Regenfälle der Saison sind ein Thema. Das Handbuch der Elektrobusse erlaubt Fahrten bei Regen, warnt jedoch vor extrem hohen Wasseransammlungen.

Ein besonderer Umgang mit Menschen

Ein häufiger Kritikpunkt im öffentlichen Nahverkehr ist der rüde Umgang mit Senioren, Kindern oder Schwangeren. „Das stimmt leider. Viele Fahrer wollen keine Zeit mit älteren Menschen oder Müttern verlieren. Da bemerken die Leute den Unterschied zu uns Fahrerinnen, weil wir uns um einen respektvollen Umgang bemühen“, sagt Peralta.

Die Technik hilft dabei: Die Elektrobusse können zur Seite geneigt werden, um das Einsteigen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu erleichtern. „Früher haben manche Leute extra auf mich gewartet, besonders Mütter mit Kindern, weil sie wussten, dass ich geduldig bin und sie sicher mitnehme,“ betont Peralta.

Ein kleiner Gruß nach Spanien

Peralta ist 48 Jahre alt, Mutter von zwei Töchtern und bereits Großmutter. In einem früheren TV-Interview vergaß sie vor Aufregung, ihren Enkel Tobías (7) zu grüßen, der mit seiner Mutter in Spanien lebt. „Er saß vor dem Fernseher und wartete, war danach richtig traurig“, erzählt sie zerknirscht. Daher nutzt sie nun abschließend die Gelegenheit: „Diesmal muss ich unbedingt Tobías und meine ganze Familie grüßen!“

Wochenblatt / La Nación

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