San Lorenzo: Die Diözese San Lorenzo unter der Leitung von Bischof Joaquín Robledo gab die Auflösung der privaten Gläubigenvereinigung “Guardianes de la Sagrada Familia“ (Wächter der Heiligen Familie) bekannt. Dies geschah, nachdem deren Anführer ihre “bewusste und endgültige Entscheidung“ mitgeteilt hatten, sich von der Gemeinschaft mit der Römisch-Katholischen Kirche loszusagen.
In einer Mitteilung an die Gläubigen erklärte die Kirchenleitung, sie handle “mit tiefem Schmerz und Traurigkeit“, aber in Erfüllung ihrer Pflicht, “über die Einheit der Kirche zu wachen“. Dem Dokument zufolge blieben die Anführer der Gemeinschaft trotz Aufrufen zur Gehorsamkeit bei ihrem Entschluss, einen “unabhängigen christlichen Weg abseits des Lehramtes und der katholischen Disziplin“ einzuschlagen. Infolgedessen wurde die Vereinigung aufgelöst; ihre Mitglieder stehen nicht mehr unter geistlicher Leitung oder Anerkennung der Diözese.
Die Diözese warnte zudem davor, deren Aktivitäten und Lehren als “katholisch“ zu betrachten, und rief dazu auf, für die “Bekehrung und Rückkehr“ derer zu beten, die den Weg der Trennung gewählt haben.
Die Gegenseite:
Die “Guardianes de la Sagrada Familia“ erklärten ihrerseits, sie hätten einen eigenen pastoralen Weg eingeschlagen, der das Ergebnis von Gebet und dem Studium des Wortes Gottes sei. Sie bestätigten: „Wir sind nicht mehr Teil der römisch-katholischen Kirche in ihrer institutionellen Struktur.“
In den sozialen Netzwerken betonten sie, dass sie weiterhin am christlichen Glauben in seinem universellen Sinne festhalten, das Evangelium jedoch nun aus einem “reformierten theologischen Verständnis“ leben. Für sie sei die Heilige Schrift die höchste Autorität. Sie bekräftigten, dass das Heil allein ein Gnadengeschenk Gottes sei, das durch den Glauben empfangen wird.
Wochenblatt / Ultima Hora
















Rainer Chaco
Wer seinen Glauben ernst nimmt, kann nicht in der Institution Kirche bleiben. So sind die Wiedertäufer entstanden. Die Vorgänger der Mennoniten. Und auch bei den in Paraguay lebenden Mennoniten hat sich eine Institution gebildet. Hausgemeinden und persönlicher Bezug mit Übernahme von Verantwortung im Leben zeichnen eine solche Glaubensgemeinschaft aus. So entstehen Sekten, also eine Sektion, die sich von der Mutter Kirche abspaltet. Bravo für diesen Mut und diese Standhaftigkeit.
Die Institution Kirche sollte sich hinterfragen, warum die Einigkeit aus Rom kommt! Rom ist weit. Und Rom kann keine Skandale aufklären. Rom war und ist ein Machtpool. Mit viel Geld. Und wenn Geld wichtiger ist als die Nachfolge Jesu, dann ist eine Abspaltung von Menschen, die ihren Glauben ernst nehmen, unausweichlich.